Mieter reagieren mit Unverständnis

Trotz Corona: GWH erhöht in Kasseler Siedlung die Miete - Das steckt dahinter 

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Hier müssen viele Mieter ab Juni mehr zahlen: die Niederzwehrener GWH-Siedlung an der Straße „Im Wiesengrund“.

Die GWH erhöht in einer Siedlung Kassel-Niederzwehren die Miete - und das trotz Corona-Krise. Was steckt dahinter?

  • Die Corona-Krise wirkt sich stark auf den Alltag in Kasse aus.
  • Die Wohnbaugesellschaft GWH erhöht in einer Siedlung in Kassel trotzdem die Miete.
  • Die Mieter sind verärgert.

Mit Unverständnis reagieren Mieter einer Niederzwehrener Wohnsiedlung auf eine von der GWH Wohnungsgesellschaft angekündigte Mieterhöhung zum 1. Juni. Denn die GWH hatte erst Ende März angekündigt, wegen der Corona-Pandemie bis auf Weiteres auf Mieterhöhungen zu verzichten. Wieso also wird nun doch mehr Miete verlangt?

Mehrere Mieter in der GWH-Siedlung rund um die Straße „Im Wiesengrund“ hatten Anfang März Post ihres Vermieters im Briefkasten. Einer der betroffenen Mieter, der sich an die HNA gewandt hat, soll ab Juni 6,22 Euro statt wie bislang 5,88 Euro pro Quadratmeter zahlen. Dies ist für ihn bereits die zweite Anhebung innerhalb von drei Jahren, womit die GWH die gesetzlich zulässige Erhöhung von 15 Prozent voll ausschöpft.

Miete in Kassel: GWH erhöht trotz Corona - Mieter haben eventuell Anspruch auf Wohngeld

Als der Mieter dann am 25. März in der HNA laß, dass die GWH – wie andere Wohnungsbaugesellschaften auch – wegen der Corona-Krise in Kassel auf Mieterhöhungen verzichtet, war er zunächst erleichtert. „Ich bin davon ausgegangenen, dass die für Juni angekündigte Mieterhöhung wieder zurückgenommen wird“, sagt der Mann, der schon sehr lange in der GWH-Siedlung wohnt. Als er dann aber wochenlang nichts von seinem Vermieter hörte, verlor er den Glauben daran.

Der Hinweis auf dem GWH-Schreiben, er habe wegen der höheren Miete nun eventuell Anspruch auf Wohngeld und solle sich zur Klärung „vertrauensvoll“ an die Stadt Kassel wenden, empfindet er als Hohn.

GWH erhöht Miete in Kassel: Das ist die Begründung

Die GWH erklärt ihr Vorgehen damit, dass die Corona-Pandemie nicht vorhersehbar gewesen sei. Als die Schreiben am 4. März verschickt worden seien, habe man von der Corona-Krise noch keine Kenntnis gehabt, teilt GWH-Geschäftsstellenleiter Henry Jäger mit. Bereits am 23. März habe sich die GWH dann aber dazu entschieden – und damit noch vor einer gesetzlichen Regelung – die Mieten bis auf Weiteres nicht zu erhöhen. Auch sonst mache die GWH Hilfsangebote, die über die gesetzlich geforderten hinausgingen.

Für die Mieter in der Niederzwehrener Siedlung ändert dies aber nichts. Dies sei leider so, sagt Jäger. Die vor der Krise versandten Mietanpassungsforderungen hätten ihre „rechtliche Gültigkeit“. In den meisten Fällen habe die GWH auch die Zustimmungen der Mieter bereits erhalten. Auch der Mieter, der mit der HNA gesprochen hat, stimmte der Erhöhung zu. „Andernfalls wurde mir ja auch schriftlich angedroht, dass dies dann gerichtlich eingefordert wird“, so der Mann.

„Sollte es Mieter geben, die durch die Corona-Krise in Schwierigkeiten geraten, können diese sich natürlich mit uns in Verbindung setzen“, sagt Jäger.

Höhere Mieten in Kassel trotz Corona: Das sagt der Mieterbund

„Es gibt keinen juristischen Hinderungsgrund für die GWH, von ihren angekündigten Mieterhöhungen abzusehen“, sagt Maximilian Malirsch, Geschäftsführer vom Mieterbund Nordhessen. Auch wenn einzelne Mieter bereits den Erhöhungen zugestimmt hätten, gebe es Wege. So könne diesen ab dem Zeitpunkt der Erhöhung und bis zum Ende der Pandemie ein entsprechender Rabatt gewährt werden. „Der Vermieter hat alles in der Hand. Er muss es nur wollen“, sagt Malirsch.

Von Bastian Ludwig

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