Nigerianisches Team erhält keine Reiseerlaubnis für Bolz-WM von Dynamo Windrad

Wollte in Kassel mitspielen: Die Frauenmannschaft, die die Kasselerin Helen Schönbrodt (links) in Nigeria aufgebaut hat, sollte eigentlich beim Freizeitsport-Turnier von Dynamo Windrad dabei sein. Jetzt könnte die internationale Begegnung an der fehlenden Einreiseerlaubnis scheitern. Foto: privat/nh

Kassel/Lagos. Am Donnerstag treten bei der Fußball-WM die deutschen Frauen im Frankfurter Stadion gegen Nigeria an. Und am Samstag sollten auf den Waldauer Wiesen bei der Frauen-Bolz-WM von Dynamo Windrad eigentlich Freizeit-Kickerinnen aus Deutschland gegen ein nigerianisches Team spielen.

Doch daraus wird offenbar nichts: Der Visumantrag der Mannschaft „Fempower“ aus Lagos wurde abgelehnt.

Am vergangenen Montag erfuhren die Organisatoren des Freizeitsportclubs Dynamo Windrad von dem Ablehnungsbescheid des Deutschen Generalkonsulats in Lagos. Darin wird angegeben, dass falsche Papiere vorlägen und nicht hinreichend erläutert sei, zu welchem Zweck und unter welchen Rahmenbedingungen der Aufenthalt stattfinde. Zudem sei nicht sicher, dass die Frauen auch wieder aus Deutschland abreisen würden.

Jetzt kämpfen die Turnierveranstalter von Dynamo Windrad darum, dass die Frauen - die eigentlich zum Auftakt der Bolz-WM am vergangenen Donnerstag hätten ankommen sollen - noch zum eigentlichen Frauenturnier am kommenden Freitag einfliegen können.

Veronica King

Die grüne Bundestagsabgeordnete Nicole Maisch sandte bereits am vergangenen Dienstag ein Unterstützungsschreiben an das Konsulat in Lagos. Oberbürgermeister Bertram Hilgen schaltete sich Ende der Woche ebenfalls ein und hat in einem Schreiben an den Botschafter Joachim Schmillen die „Zuverlässigkeit und Kompetenz“ von Dynamo Windrad im Umgang mit internationalen Gästen betont. Er bittet darum, den Antrag auf Visa erneut zu prüfen und zu gewähren. Auch der Landkreis Kassel hat seine Unterstützung zugesagt.

Schon 2006 hatte der Kasseler Verein zur Fußball-WM Teams aus Kolumbien und Argentinien zu Gast. Das Motto „Die Welt zu Gast bei Freunden“ würde Dynamo Windrad auch gern die Nigerianerinnen spüren lassen.

Der Kontakt zu der Mannschaft aus Lagos ist durch Vereinsmitglied Helen Schönbrodt zustande gekommen. Die Studentin aus Kassel hatte das Team innerhalb der Organisation „Search and Groom“ in Nigeria mit aufgebaut. Die Reisekosten der Frauen seien durch Sponsoren gedeckt, auch in Kassel war für die Unterbringung und das Programm bereits gesorgt. „Das Verweigern der Visa zu diesem Zeitpunkt ist frustrierend und macht mich auch wütend“, sagt Vereinsvorsitzende Veronica King. „Die Frauen haben gar kein Interesse daran hier zu bleiben“, sagt sie zum Einwand des Konsulats. Im Gegenteil sei Ziel des Auslandsaufenthalts, dass sie nach ihrer Rückkehr in Lagos als Vorbilder fungieren und weitere Mädchen für das Projekt begeistern.

Das Auswärtige Amt in Berlin gibt zu konkreten Fällen keine Auskunft. Eine Sprecherin sagte, da man Visa für den gesamten Schengen-Raum erteile, sei man an die Vorgaben der EU gebunden. Grundsätzlich würden Zweck und Finanzierung der Reise geprüft sowie die Rückkehrbereitschaft der Reisenden. www.bolz-wm.com ARTIKEL UNTEN

Von Katja Rudolph

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