Kasseler Brunnenbesitzer ließen ihr Wasser im Labor auf Belastungen testen

Nitrat und Keimen auf der Spur

Andreas

Kassel. „Bei uns wachsen die schönsten Tomaten der Welt“, sagt Andreas Klinke aus der Unterneustadt stolz. Damit das Züchten dieser durstigen Gewächse nicht zu teuer wird, hat er eigenhändig einen Brunnen gebohrt und ein Rohr mit aufgesetzter Spitze mit dem Hammer in die Erde seines Grundstücks geschlagen. „Vier Meter tief, da kam schon das Wasser“, erzählt der Kasseler. Damit gießt er nicht nur Blumen und Tomaten, sondern füllt an heißen Tagen auch das Planschbecken der Kinder.

Doch ist das Grundwasser auch unbedenklich? Das wollte Klinke wie viele andere Kasseler Brunnenbesitzer vom gemeinnützigen Verein VSR Gewässerschutz wissen, der jetzt auf dem Königsplatz mit einem Schnell-Labor für Wasserproben Station machte. Gerade wenn Brunnenwasser nicht nur zum Gießen, sondern auch zum Erfrischen im Pool verwendet werde, sollten Gartenbesitzer auf Nummer sicher gehen, sagt Harald Gülzow vom Verein VSR. Nitrate, Bakterien und Keime im Grundwasser könnten dann die Gesundheit tatsächlich gefährden.

Ähnliche Vorsicht sei geboten, wenn das Wasser genutzt werde, um Früchte, wie beispielsweise Erdbeeren, zu beregnen. Die Gefahr für die Gesundheit sei real, sagt Gülzow. Wenn der Grundstücksbesitzer das Pech habe, dass in der Nähe ein Abwasserrohr undicht sei oder früher mal eine chemische Reinigung betrieben worden sei, könne das Wasser belastet sein. Ein großes Problem sei die hohe Nitratbelastung in manchen Gegenden Deutschlands, erklärt der Experte. Eine sichtbare Braunfärbung des Wassers ist dagegen meistens unschädlich, weil das häufig nur ein Indiz für einen hohen Eisengehalt ist.

Gewissheit sollte man sich erst recht verschaffen, wenn man das kühle Nass aus der Tiefe zum Trinken verwendet. Das tun einige Kirchditmolder am sanierten „Ziegenbrunnen“, der von der Quelle Lindenborn gespeist wird, schon eine ganze Weile, obwohl dieses Wasser nicht als Trinkwasser freigegeben ist. Walter Klonk, der sich ehrenamtlich um den Brunnen kümmert, brachte eine Probe mit und ließ eine umfassende Analyse machen. Das Laborergebnis wird in zwei Wochen vorliegen. So lange müssen er und viele andere sich noch gedulden. (pdi)

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