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Noch 100 Tage bis zum Start der documenta: Das erwartet uns bei der Weltkunstschau

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Von: Mark-Christian von Busse

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Herz der documenta: Das Fridericianum, hier mit den Antikriegsbannern von Dan Perjovschi.
Herz der documenta: Das Fridericianum, hier mit den Antikriegsbannern von Dan Perjovschi. © Pia Malmus

100 Tage vor Beginn der documenta fifteen ist noch manches unklar – etwa im Blick auf die Standorte und die Gastronomie.

Kassel – 100 Tage vor dem Beginn der documenta fifteen am 18. Juni haben die Ausstellungsmacher weiter mit der Herausforderung der Corona-Pandemie zu kämpfen. „Wir hoffen natürlich auf eine möglichst entspannte Situation, um gemeinsam Kunst erleben zu können“, teilte documenta-Sprecherin Giannina Herion gestern mit. „Gleichzeitig müssen wir aber in allen Bereichen Lösungen für alle eventuellen Corona-Einschränkungen mitdenken, die auch kurzfristig flexibel an die jeweils akuten Notwendigkeiten angepasst werden können.“

Beispielsweise soll es für Journalisten, die die Ausstellung nicht vor Ort besuchen können oder wollen, Möglichkeiten zur Teilhabe mithilfe von Online-Formaten geben. Das Interesse von Pressevertretern, die aus dem In- und Ausland zur Eröffnung kommen möchten, bezeichnet die documenta bereits jetzt als sehr groß: „Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren.“

Vermutlich wird neben der Corona-Pandemie auch der Krieg in der Ukraine die documenta, die 100 Tage lang bis zum 22. September laufen wird, prägen. Es gebe diverse Künstler, die das aktuelle Geschehen direkt oder indirekt in ihre Arbeiten einfließen lassen werden, so die Pressestelle gestern. So wie der rumänische Künstler Dan Pervojschi, von dem bereits drei „Anti War Drawings“ als Banner an der Fassade des Fridericianums angebracht sind.

Der Aufbau insbesondere der Infrastruktur an ersten Ausstellungsorten habe begonnen, teilte die documenta mit: „Die Hochphase wird in den Wochen vor der Eröffnung stattfinden.“ Viele Kunstwerke seien „prozessual und langfristig angelegt“ und würden mit ersten Einblicken in Kassel oder an den Orten der beteiligten Künstler und Kollektive sichtbar. Dazu zählt etwa die Skateboard-Sammelaktion „Skate to Milk“ des Kollektivs Baan Noorg in Nong Pho, Thailand.

Noch immer gibt die documenta nicht alle Ausstellungsstandorte bekannt. Gestern aber kam einer hinzu: Im historischen Ballsaal des Hotels Hessenland soll ein künstlerischer Beitrag gezeigt werden.

Diese documenta-Standorte stehen fest

Das Fridericianum ist natürlich dabei, auch die documenta-Halle – aber nicht die Neue Galerie. Das Ruruhaus in der ehemaligen Sportarena soll Servicezentrum und „Wohnzimmer“ der Ausstellung werden. Und: Die documenta fifteen wird sich in den Kasseler Osten erstrecken, das ehemalige Hübner-Werksgelände in Bettenhausen, in das nach der Ausstellung die KVG einziehen wird, dürfte einer der wichtigsten Standorte werden. Auch das so beeindruckend sanierte Hallenbad Ost wird Teil der 15. documenta sein.

Zentraler Ausstellungsort der documenta fifteen: Das ehemalige Firmengelände von Hübner an der Agathofstraße (im Vordergrund). Das Areal grenzt unmittelbar an das Gelände der ehemaligen Salzmannfabrik.
Zentraler Ausstellungsort der documenta fifteen: Das ehemalige Firmengelände von Hübner an der Agathofstraße (im Vordergrund). Das Areal grenzt unmittelbar an das Gelände der ehemaligen Salzmannfabrik. © Andreas Fischer/Skypic

Vieles ist also darüber bekannt, wo in 100 Tagen Kunst zu sehen sein wird. Aber nicht alles. „Die komplette Liste aller Ausstellungsorte wird noch bekannt gegeben“, teilte die Pressestelle gestern mit. Einiges aber verriet documenta-Generaldirektorin Sabine Schormann im Januar bei ihrem Besuch im städtischen Kulturausschuss. Demnach rückt die Fulda in den Fokus der Kunstwelt. So soll das Ahoi-Grundstück in der Unterneustadt ein Standort der d15 sein – dort, wo einst das Bootshaus Kissler war. Auch die Nordstadt werde in den Blick genommen.

Erstmals documenta-Standort: Das Gelände an der Werner-Hilpert-Straße 22, WH 22 genannt.
Erstmals documenta-Standort: Das Gelände an der Werner-Hilpert-Straße 22, WH 22 genannt. © Nicolas Wefers/nh

Zum ersten Mal wird das Areal an der Werner-Hilpert-Straße 22 Teil der documenta, von den Kuratoren WH22 genannt. Grimmwelt, Museum für Sepulkralmuseum und Naturkundemuseum im Ottoneum sind hingegen bereits documenta-erprobt. Und im Ballsaal des Hotels Hessenland, wo ebenfalls ein künstlerischer Beitrag zu sehen sein soll, gab es bereits bei der documenta 13 von Carolyn Christov-Bakargiev mit der Video-Installation mit Gerard Byrne Kunst zu sehen.

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