Mit 60 ist Schluss: Altersgrenze für Christoph 7 kein Problem

Bringt die Ärzte zum Unfall: Mit 52 Jahren ist Peter Adam einer der älteren Piloten, die den Rettungshubschrauber Christoph 7 steuern. Auch wenn die neue Altersgrenze kommt, gibt es bei der Bundespolizei-Fliegerstaffel Fuldatal für ihn genug zu tun. Archivfoto: Fischer

Kassel. Die EU-Kommission bereitet eine neue Richtlinie für den gewerblichen Luftverkehr vor. Voraussichtlich ab Frühjahr 2012 soll für Piloten, die allein einen Rettungshubschrauber steuern, eine Altersgrenze von 60 Jahren gelten.

Was für andere Anbieter ein Problem ist, bereitet den Betreibern des Christoph 7 keine Sorgen. Der Kasseler Rettungshubschrauber wird von den Beamten der Fliegerstaffel der Bundespolizei in Fuldatal gesteuert.

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Wie Staffelleiter Thomas Nagler gegenüber der HNA mitteilte, setzt die Bundespolizei bereits jetzt ihre jüngeren Piloten im Rettungsdienst ein. Dort könnten sie Erfahrungen sammeln. Die älteren Kollegen kämen hingegen verstärkt auf den größeren Helikoptern mit zwei Piloten zum Einsatz. Daran würden auch die geplanten Sicherheitsrichtlinien nichts ändern. „Das ist kein Beinbruch“, sagt Nagler.

Noch ist die neue Altersgrenze nicht festgeschrieben. Wie Sprecherin Cornelia Cramer vom Luftfahrt-Bundesamt mitteilte, habe aber die europäische Luftsicherungsagentur EASA der EU-Kommission einen entsprechenden Vorschlag unterbreitet.

Bis April Richtlinie

Bis April soll er in eine Richtlinie umgesetzt werden, die dann auch für Deutschland gilt. Hier dürfen bisher Piloten mit einer deutschen Lizenz bis zum 65. Geburtstag allein am Steuer sitzen.

Für die Bundespolizei als Betreiberin von Staatsluftfahrzeugen wäre die neue Richtlinie ohnehin nicht verpflichtend. „Wir wollen uns aber freiwillig an die Richtlinien für den gewerblichen Flugbetrieb binden“, sagt Nagler. Da die fliegenden Beamten bereits mit 62 Jahren in Pension gehen, dürften sie in ihren letzten beiden Dienstjahren dann nur noch mit einem Kollegen ins Cockpit steigen. Weil die Bundespolizei nicht nur Rettungshubschrauber, sondern auch große Trans-porthelikopter betreibt, seien aber ausreichend Arbeitsplätze für die derzeit 25 Kollegen vorhanden, sagt Nagler.

Anders sieht das bei Anbietern wie der DRF Stiftung Luftrettung aus. Sie betreibt fast ausschließlich Rettungshubschrauber mit einem Piloten, auch den in Göttingen stationierten Christoph 44.

Nach Angaben der Pressesprecherin Petra Hentschel bietet die Stiftung ihren älteren Mitarbeitern seit Februar ein Altersteilzeitmodell an. Sonst müsste die DRF ihre Piloten ab 60 Jahren bald entlassen.

Von Marcus Janz

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