Müllgebühren in Kassel: Wer noch keine braune Tonne hat, zahlt mehr

Kassel. Ab Januar 2013 gelten neue Müllgebühren in der Stadt Kassel. Diese haben zur Folge, dass vor allem Haushalte, die bislang noch keine Biotonne nutzen, zukünftig zum Teil bis zu 40 Prozent höhere Preise zahlen müssen.

Dafür haben sie Anspruch auf eine kostenlose Biotonne. Umgekehrt werden Haushalte, die bereits trennen, in vielen Fällen entlastet, weil keine separate Gebühr mehr für die braune Tonne erhoben wird.

Bislang steht auf 50 bis 60 Prozent aller Kasseler Grundstücke eine Biotonne. Wie viele Haushalte damit erreicht werden, können die Stadtreiniger nicht sagen – der Abdeckungsgrad der Haushalte dürfte aber unter den 50 bis 60 Prozent liegen. Weil die Biotonne in den dicht besiedelten Stadtteilen wie der Innenstadt und dem Vorderen Westen bislang kaum verbreitet ist, werden vor allem die dortigen Mehrfamilienhäuser von einer Gebührenerhöhung betroffen sein. Eine Entlastung gibt es etwa für Ein- und Zweifamilienhäuser, die schon bisher eine Biotonne nutzen.

Birgit Knebel, Sprecherin der Stadtreiniger, hält das neue Gebührensystem für fairer. Es besteht aus einer Grundgebühr, mit der alle allgemeinen Leistungen der Stadtreiniger - wie der Unterhalt der Recyclinghöfe - abgedeckt werden. Hinzu kommt eine Leistungsgebühr, die sich allein an der Größe der Restmülltonne orientiert. Die Bio- und Papiermülltonne gibt es ohne Mehrpreis hinzu. „Wir haben nie verschwiegen, dass es für diejenigen teurer wird, die bisher keine Biotonne nutzen“, sagt Knebel. Aber die kostenlose Biotonne sei ein Anreiz zur umweltschonenden Mülltrennung. Für einige Haushalte böte die Biotonne die Chance, ihr Restmüllvolumen zu reduzieren – dadurch könnten sie Kosten senken.

Insgesamt rechnen die Stadtreiniger mit einem niedrigeren Gebührenaufkommen. Statt der 27,5 Mio. Euro in diesem Jahr, kalkulieren sie ab 2013 mit 24,5 Mio. Euro. (bal)

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