Parkplätze kostenfrei – etliche zahlten dennoch

Das gab es noch nie: Kassel war für einen Tag Park-Paradies

Konnte Gratis-Parken erst nicht fassen: Christin Drinkuth.

Kassel. Das gab es seit der Einführung der Parkgebühren in Kassel noch nie: Gebührenfreies Parken in der Innenstadt – und das an einem Samstag, wo es viele Menschen zum Einkaufen ins Zentrum zieht.

Möglich gemacht hatte den Gratis-Park-Tag die Umstellung der Parkautomaten auf die im Schnitt um 66 Prozent höheren Gebühren, die die Autofahrer ab dem Montag in Kassel erwarten. Bevor sie nun tiefer in die Tasche greifen müssen, nutzten viele das Freiparken am Samstag aus.

Die Folgen: Auf den oberirdischen Parkplätzen in der Innenstadt war es schwer, eine freie Fläche zu ergattern. So ging es auch Helmut Bechstein aus Kassel, der nach langem Suchen einen Parkplatz am Ständeplatz fand. Er war einer der wenigen, der – wie gefordert – eine Parkscheibe ins Auto legte. Denn parken durfte man, obwohl es nichts kostete, nur bis zur jeweils zulässigen Höchstparkzeit.

Silke und Meike Lanz aus Fritzlar stellten ihr Auto wie immer in der Tiefgarage unter dem Friedrichplatz ab. Sie waren zum Einkaufen nach Kassel gekommen und hatten nichts davon gehört, dass das oberirdische Parken umsonst war. Das ging offenbar vielen so, denn die Tiefgarage war trotz Gebührenpflicht voll.

Auch Christin Drinkuth aus Kassel staunte, als sie am Karlsplatz den Aufkleber am Parkautomaten las, dass sie nichts zu bezahlen hatte. So richtig wollte sie dies aber erst nicht glauben. Dann aber war sie froh: „Dann können meine Mutter und ich einen Kaffee mehr in der Stadt trinken.“

Unglücklich lief es für Ibrahimi Nexhira. Der Kasseler wusste nichts vom Gratis-Parken und war noch dazu an einen Parkautomaten am Karlsplatz geraten, bei dem der entsprechende Hinweis der Stadt vom Münzeinwurf entfernt worden war. Also warf er einen Euro ein. Weil das Gerät bereits auf die neue Gebühr umgestellt war, spuckte ihm der Automat einen Parkschein für eine halbe Stunde aus. Nexhira war nicht der einzige, der für etwas zahlte, was eigentlich kostenlos war. Überall in der Innenstadt lagen hinter Windschutzscheiben Parkscheine für den 27. September. Der Grund: An mehreren Automaten fehlte der Hinweis auf die temporäre Gebührenfreiheit. Auch Markus Rudolph stand vor so einem Automaten. Obwohl er in der HNA gelesen hatte, dass das Parken am Samstag frei ist, war er verunsichert.

Richtig blöd lief es für eine Familie aus Kassel, die anonym bleiben wollte. Sie hatte an der Neuen Fahrt geparkt und keinen Parkschein gezogen – man habe ja in der HNA davon gelesen. Umso erschrockener war der Vater, als er ein Knöllchen am Auto fand: Er stand im Halteverbot.

Von Bastian Ludwig

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