Schokoladen-Geschäft in Kassel überfallen - Verkäuferin schwer verletzt

Kassel. Er wollte nichts Süßes, sondern Geld. Und er ging dabei brutal vor. Ein Räuber hat am Mittwochnachmittag ein Schokoladen-Geschäft an der Friedrich-Ebert-Straße nahe der Friedenskirche überfallen und auf die 57-jährige Inhaberin eingeschlagen.

Die schwer verletzte Frau befindet sich in stationärer Behandlung im Krankenhaus.

Gegen 14 Uhr hatte ein Mann den Laden betreten und von der Inhaberin Geld gefordert, berichtet Polizeisprecherin Sabine Knöll. Weil ihm die Frau offenbar zu lange zögerte, schlug er mit einem Gegenstand, vermutlich einem Schlagstock, mehrfach auf den Kopf der 57-Jährigen.

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Dann ging der Räuber zur Kasse, nahm sämtliche Geldscheine mit und flüchtete zu Fuß in Richtung Bebelplatz. Jetzt sucht die Polizei nach dem Täter.

Die Beamten gehen nicht davon aus, dass es derselbe Mann gewesen sein könnte, der kurz zuvor die Bank im Druseltal überfallen hatte. Ob ein Zusammenhang zu dem Raubüberfall auf das Reformhaus am Bebelplatz vor zwei Wochen besteht, dazu haben die Ermittler noch keine Erkenntnisse.

Die Händler aus den Geschäften in der Ladenzeile nahe der Friedenskirche waren geschockt. „Mir ist ganz schlecht“, sagt Teresa Kozlowska von der benachbarten Schneiderei eine Stunde nach dem Überfall. „Man hat richtig Angst.“ Zum Glück sei ihr Sohn immer hinten im Laden. Sie ist fassungslos, was der netten Kollegin von nebenan passiert ist, bei der sie immer gern Süßigkeiten einkaufe. „Was wollte der denn von dem kleinen Geschäft? Da ist doch nicht viel zu holen.“ Immer wieder schüttelt die 49-Jährige den Kopf. „Ich versteh’ das einfach nicht.“

Aktualisert am 7.3.2012 um 20.10 Uhr

Von dem Überfall selbst hat die Schneiderin nichts mitbekommen, ebenso wie Joachim Heinz und seine Mutter vom Presse- und Lottoladen auf der anderen Seite des Süßwarengeschäfts. Sie haben nach der Mittagspause davon erfahren, was der Nachbarin passiert ist. Heinz bleibt am Mittwoch ein bisschen länger im Kiosk als geplant, weil seine Mutter lieber nicht allein sein will hinter dem Verkaufstresen.

Helmut Hoppe vom Mode- und Antiquitätengeschäft Coco an der Ecke macht sich nicht nur Sorgen um die 57-jährige Geschäftsfrau. „Es scheint eine Häufung zu geben in der Gegend“, sagt Hoppe im Hinblick auf den Überfall auf das Reformhaus am Bebelplatz. Der gebürtige Österreicher, der früher Polizist war, befürchtet, dass gezielt Geschäfte ausgespäht worden sind, in denen Frauen allein arbeiten. Offenbar sei es dem Räuber auch nicht um das große Geld gegangen, sondern darum, „schnell ein bisschen zu bekommen.“ Hoppe kann sich vorstellen, dass es sich bei den Taten um Beschaffungskriminalität handelt. (rud)

Täterbeschreibung:

Etwa 30 Jahre alt, 1,65 Meter groß, schlank, kurze blonde Haare, bekleidet mit schwarzer Lederjacke. Hinweise an die Polizei, Tel. 0561/91 00.

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