Corona und die Kliniken

In der Region sind noch Corona-Betten frei

Das Klinikum Kassel
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Das Klinikum in Kassel ist das koordinierende Krankenhaus für das Versorgungsgebiet Nordhessen.

Deutschlandweit werden die Rufe lauter, dass die Intensivstationen aufgrund der Corona-Pandemie langsam an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen. In Kassel und Umgebung ist es noch nicht dramatisch.

Kassel – Mit den steigenden Infektionen wächst auch die Zahl der Patienten in den Krankenhäusern. In manchen Gebieten Deutschlands wie etwa in Sachsen und Bayern spitzt sich Lage auf den Intensivstationen bereits zu. In Nordhessen gibt es allerdings noch ausreichend freie Betten für die Covid-Versorgung, teilt das Klinikum Kassel mit, das für die Koordinierung im regionalen Versorgungsgebiet zuständig ist.

Sprecherin Nina McDonagh sagt aber auch, dass „wir in der nächsten Zeit mit einem weiteren Anstieg von Covid-Patienten rechnen“. Die wachsenden Infektionszahlen machten sich auch in den Krankenhäusern der Region bemerkbar. Im gesamten Versorgungsgebiet werden aktuell 76 Covid-Patienten auf Normalstationen und 23 auf Intensivstationen versorgt. Noch seien die Zahlen nicht so hoch wie in der zweiten Welle des vergangenen Herbstes, sagt McDonagh.

Andere Krankenhäuser bestätigen diese Einschätzung. In den Helios-Kliniken etwa befänden sich nur drei Covid-Patienten, berichtet Sprecherin Elena Koch. Das Kasseler Elisabeth-Krankenhaus teilt überdies mit, dass in diesem Jahr mehr als zwei Drittel der Corona-Patienten, die stationär behandelt wurden, nicht geimpft waren. Im Klinikum werden derzeit sechs Patienten intensivmedizinisch betreut, davon sind fünf an einer Herz-Lungenmaschine angeschlossen. Von diesen sechs Intensivpatienten haben sich fünf bislang nicht impfen lassen.

Heimische Kliniken stoßen also aktuell nicht an ihre Kapazitätsgrenzen. Es bestünde nicht die Notwendigkeit, elektive Operationen zu verschieben, sagt Lena Goldmann, Sprecherin der Agaplesion Diakonie-Kliniken. Auch im Kasseler Marienkrankenhaus müssten planbare Eingriffe nicht verschoben werden, teilt Kirsten Scheimann mit. Nur der Mangel an Pflegekräften habe dazu geführt, dass weniger Betten belegt werden können.

Dieses Phänomen habe nicht ausschließlich mit Corona zu tun, sondern sei eine Folge der eingeführten Pflegepersonaluntergrenze. Zudem seien die Ausfallzeiten im Vergleich zum Vorjahr deutlich höher, erklärt Scheimann. Der Mangel an Pflegekräften sei ein grundsätzliches Problem, ergänzt McDonagh, „stellt in der aktuellen Covid-Situation aber die größte Herausforderung dar“. Als Grund nennt sie neben der gesetzlich vorgegebenen Personaluntergrenze auch den saisonal bedingten hohen Krankheitsstand. (Robin Lipke)

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