Streit in der Trinkerszene war der Grund - Entzug letzte Chance

Mann erstochen: Sieben Jahre Haft nach Bluttat vor Kasseler Reuterschule 

Kassel. Sieben Jahren Haft für den 35-jährigen Daniel J. aus Kassel. Er hatte einen Mann auf der "Trinkerwiese" vor der Reuterschule mit einem Messer tödlich verletzt. 

Es war der „Revierkampf zweier Platzhirsche“ (Richter Volker Mütze), die sich nach den seltsamen Ehrbegriffen der Kasseler Alkohol- und Drogenszene beleidigten, dann herumschubsten. Schließlich zog der 35-jährige Angeklagte Daniel J. ein Messer, stach es Steven N. in den Hals und durchtrennte die Schlagader. N. verblutete.

Das Geschehen Mitte Oktober 2016 auf der „Trinkerwiese“ vor der Julius-Reuter-Schule ahndete die 6. Strafkammer am Freitag mit sieben Jahren Haft für Daniel J. Gleichwohl bekommt der eine letzte Chance: Im Raum nämlich stand die Einweisung in die Psychiatrie, die theoretisch bis zum Lebensende hätte dauern können, wenn nicht vorher festgestellt worden wäre, dass von dem Mann keine Gefahr mehr für die Allgemeinheit ausgeht.

Die Kammer jedoch verfügte die Einweisung in eine Entziehungsanstalt, in der die seit früher Jugend andauernde Sucht des Kasselers nach Alkohol, Heroin und anderen Drogen behandelt werden soll.

Im Merxhausen wird eine neue Therapie praktiziert, die nicht nur die Sucht, sondern auch die dissoziale Persönlichkeitsstörung des Probanden behandelt.

Daniel J´s. narzistisches Selbstbild soll Auslöser des Messerstichs gewesen sein, als Steven N. den anderen als „Pico“ bezeichnete, in Trinkerkreisen die wohl schlimmste Demütigung, die sofortiges Handeln erforderlich macht.

Schlägt die Therapie an – bisher wurde sie erst an 24 Personen erprobt – könnte Daniel J. frühestens in dreieinhalb Jahren auf Bewährung entlassen werden, erläuterte der Richter, der Revision zum Urteil zuließ. 

Hier hat die Tat im Oktober 2016 stattgefunden:

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