Erstattung wird nur auf Antrag gewährt

2,81 Euro gibt’s für jeden Kasseler Studenten: Asta der Uni Kassel zahlt Geld zurück

So viel kann erstattet werden: Der Asta überweist allen Antragstellern 2,81 Euro zurück.  (Symbolbild)
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So viel kann erstattet werden: Der Asta überweist allen Antragstellern 2,81 Euro zurück. (Symbolbild)

Kleinvieh macht auch Mist, heißt es. Ein Vorgang beim Allgemeinen Studierendenausschuss (Asta) der Uni Kassel belegt dies wunderbar und ruft auch Kritik hervor.

Kassel - Wegen der Corona-Pandemie hat der Asta zu viel Geld in der Kasse. Grund dafür ist die Mehrwertsteuersenkung im Juli, die sich auf den Preis des Semestertickets auswirkt. Zudem wurde das Kulturticket günstiger, weil Kultureinrichtungen wegen zeitweiser Schließungen und reduziertem Angebot dem Asta einen Nachlass gewährt haben. 3,06 Euro wurden daher im Sommersemester pro Student zu viel gezahlt. Weil den Asta jede Überweisung 25 Cent Bankgebühr kostet, erstattet er nur 2,81 Euro.

An dem Verfahren der Rückzahlung ist indes Kritik laut geworden. Das Verfahren sei zu kompliziert und die Möglichkeit einer Erstattung werde nur stiefmütterlich kommuniziert, so Student Daniel Rudenko. Das Mitglied der Jungen Union wirft dem grün-linken Asta vor, die Erstattung absichtlich kaum publik zu machen. „Lediglich auf der Internetseite und der Facebook-Seite des Asta wird darüber informiert. Aber welcher Student schaut da regelmäßig drauf“, fragt Rudenko. Sinnvoller wäre aus seiner Sicht eine E-Mail an alle Studenten gewesen.

Hinzu komme, dass ein Antrag auf Erstattung nicht digital, sondern nur postalisch mit einem Formular gestellt werden könne, das man sich herunterladen muss. Einsendeschluss ist der Samstag, 31. Oktober. Den Aufwand und das Porto würden die meisten scheuen, so der Student. Dies sei auch das Kalkül des Asta, unterstellt Rudenko dem Gremium. Bei 25 000 Studenten belaufe sich die Summe auf über 75 000 Euro. Was nicht zurückgefordert wird, darüber kann der Asta anschließend frei verfügen.

Rudenko versteht das Vorgehen auch deshalb nicht, weil es schon 2018 eine Erstattung gegeben habe und auch damals die Kommunikation kritisiert wurde.

Der Asta weist indes darauf hin, dass Anträge nicht zwingend per Post geschickt werden müssen, sondern auch in den Asta-Briefkasten geworfen werden können. E-Mails seien datenschutztechnisch problematisch. Eine pauschale Erstattung an alle Studenten sei nicht möglich, weil der Asta keinen Zugriff auf die Bankdaten habe, sondern nur die Universität.

Wofür der Asta den Überschuss verwenden will, das soll am 4. November das Studierendenparlament entscheiden. Weil die Mehrwertsteuersenkung nach wie vor gilt, wird es bald auch für das Wintersemester eine Erstattung geben. (Bastian Ludwig)

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