Abstandsflächen zu gering

Geplante Aldi-Filiale in der Kasseler Nordstadt braucht neue Baugenehmigung

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Aktuell wird noch nicht gebaut: Die Stadt Kassel hatte zwischenzeitlich die Baugenehmigung für das Gelände zwischen Bunsenstraße und Holländischer Straße zurückgezogen.

Philippinenhof-Warteberg/Nord-Holland. Die Abrissarbeiten in der Kasseler Nordstadt sind bereits abgeschlossen. Für den geplanten neuen Aldi musste allerdings ein neuer Bauantrag gestellt werden.

Seit einigen Monaten hat sich auf dem Grundstück an der Niedervellmarer Straße allerdings nichts mehr getan. Der Grund: Die Stadt hat die Baugenehmigung für das Grundstück zurückgezogen.

Der angrenzende Lidl-Markt hatte gegen die Genehmigung, die 2015 von der Stadtverordnetenversammlung auf den Weg gebracht worden war, geklagt. Die Bauerlaubnis sei rechtswidrig, weil notwendige Abstände zwischen den Grundstücken nicht eingehalten worden seien. Im August dieses Jahres zog die Stadt die Baugenehmigung zurück. Es habe eine Überschreitung der Abstandsflächen gegeben, bestätigt die Stadt Kassel, daher sei der Bauantrag versagt worden. Eine Klage dagegen wurde abgelehnt.

Fälschlicherweise war ein Teil des Grundstücks, das als öffentliche Verkehrsfläche angenommen worden war, Privatstraße. Bei öffentlichen Verkehrsflächen dürfen die notwendigen Flächen beispielsweise für Rettungswege bis zur Fahrbahnmitte nachgewiesen werden. Da das bei der Privatstraße nicht der Fall ist, kam es zur falschen Vermessung. Wer für den Fehler verantwortlich ist, war nicht zu klären.

Seit dem 1. November liegt nun ein neuer Bauantrag vor, mit dem das Problem jetzt behoben sein sollte. Die Prüfung ist allerdings laut Stadt Kassel noch nicht abgeschlossen. Aldi und Lidl wollen sich zum aktuellen Stand des Verfahrens nicht äußern.

Aldi hatte sich entschieden, die Filiale am Philippinenhöfer Weg, die mit 733 Quadratmetern Verkaufsfläche relativ klein ist, zu schließen, und 500 Meter entfernt, in der Nordstadt neu zu bauen. Der neue Einkaufsmarkt sollte eine Fläche von 1200 Quadratmetern haben. Lidl hatte seine Fläche des Marktes in der Bunsenstraße bereits 2009 auf 990 Quadratmeter erweiter. 2017 war die Filiale modernisiert worden.

Der Philippinenhöfer Ortsvorsteher Stefan Markl (SPD) hat nichts dagegen, dass sich der Bau etwas verzögert. „Für uns ist es natürlich ein Vorteil, wenn die Filiale am Philippinenhöfer Weg geöffnet bleibt“, sagt er. Mit dem nahegelegenen Nahkauf würde sich der Aldi gut ergänzen. Nichts sei für den Stadtteil schlimmer als Leerstand.

Für Hannes Volz (Ortsvorsteher Nord-Holland, Grüne) ist der Neubau nicht unbedingt zwingend für seinen Stadtteil. Die Einkaufsmöglichkeiten in der Nordstadt seien ausreichend.

Der Neubau richte sich aber vorwiegend auch an die durchfahrende Kundschaft. Es sei auf jeden Fall gut, dass sich auf dem Gelände etwas tue, weil es schon seit mehreren Jahren brachliege.

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