Bau am ehemaligen KVG-Depot-Gelände: Aldi-Markt und Waschstraße

Neubauten geplant: Die Jet-Tankstelle an der Holländischen Straße bekommt im hinteren Bereich mit Aldi und einer Autowaschstraße Nachbarn. Foto: Dilling

Kassel/Nordstadt. Seit Jahren ist die Zukunft des ehemaligen Depotgeländes der Kasseler Verkehrsgesellschaft (KVG) in der Diskussion, das Gelände liegt weitgehend brach. Pläne für eine Wohnbebauung, kleinteiligen Einzelhandel und Gastronomie hätten sich zerschlagen, sagt Monika Sprafke, Ortsvorsteherin von Nord-Holland.

Seinerzeit hatte sich der Ortsbeirat gegen Pläne, aus denen dann mangels Investoren nichts wurde, gewehrt. Doch nun tut sich was: Aldi soll vom Philippinenhof auf das Gelände an der Holländischen Straße umziehen. Außerdem ist der Bau einer Autowaschstraße geplant. Diese Projekte könnten schon nächstes Jahr realisiert werden.

Laut Auskunft von Stadtpressesprecherin Petra Bohnenkamp will Aldi seine Filiale vom Philippinenhöfer Weg an den Standort des ehemaligen Depot-Geländes verlagern, weil der Lebensmittelmarkt am bisherigen Standort wegen des angrenzenden Landschaftsschutzgebiets keine Entwicklungsmöglichkeiten sehe. Aldi-Nord will dazu nicht Stellung nehmen.

Man gebe grundsätzlich keine Auskünfte zu Standortentwicklungen, hieß es auf Nachfrage der HNA. Aldi dürfe nach dem bestehenden Bebauungsplan bis zu 1200 qm Verkaufsfläche errichten, sagt die Stadt. Allerdings sei wegen der „Anordnung“ des Marktes und der zugehörigen Stellplätze dennoch eine Änderung des Bebauungsplans nötig.

Baurecht könnte es schon im Frühjahr 2015 geben. Die öffentliche Auslegung des Entwurfs sei für Januar geplant, sagte Bohnenkamp. Das Gelände solle über die bestehenden Zufahrten von der Holländischen und der Niedervellmarschen Straße erschlossen werden. Wann tatsächlich der Discounter und die Waschstraße gebaut werden, steht noch nicht fest. Es lägen noch keine Bauanträge vor, teilte Bohnenkamp mit. Frank Smolinsky, Inhaber der Jet-Tankstelle, bestätigte, dass eine Waschstraße gebaut werden solle, allerdings nicht von seinem Unternehmen.

Im Ortsbeirat wurde die geplante Änderung des Bebauungsplans nach kontroverser Diskussion mit Mehrheitsbeschluss zur Kenntnis genommen. Insbesondere Hannes Volz (Grüne) wehrte sich gegen das Vorhaben. Schon die bereits vorhandene Tankstelle widerspreche dem Bebauungsplan. Dieser sehe eine geschlossene Bauweise vor. Was die Stadt nun veranstalte, sei „eine ganz harte Nummer“, sagte Volz. Doris Perger (CDU) wies das zurück. „Der Ortsbeirat muss sich nicht in die Diskussion einschalten. Wir sind kein Planungsamt.“ (pdi)

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