Architekturstudenten präsentieren Ideen zur Innenstadtgestaltung und Mobilität

Uni Kassel: Schöner Wohnen am Fluss

Fahrräder statt Autos: Jean Dümmelbeck (von links), Naima Hartmann, Xiaowei Wie, René Hartti, Anne Schäfer und Sara Scheffler präsentieren Entwürfe für ein Fahrrad-Parkhaus. Foto: Dilling

Kassel. Der Parkplatz zwischen Holländischem Platz und dem Gebäude K10 am Uni-Campus ist ein Eldorado für Blechkarossen. Die Autos parken dicht an dicht.

Für Radfahrer, die schon aufpassen müssen, wenn sie die vielbefahrene Kreuzung heil überqueren wollen, ist hier wenig Platz. Wenn es nach Studenten des Fachbereichs Architektur, Stadtplanung und Landschaftsplanung (ASL) geht, könnte sich das bald ändern: Sie haben eine Fülle von Ideen für eine Neugestaltung des Platzes erarbeitet. Beim „Rundgang“, der noch bis heute Abend am Fachbereich läuft, sind diese und viele weitere Projektarbeiten aus dem zu Ende gehenden Semester zu besichtigen.

Studierende aus 32 Fachgebieten zeigen 48 Projekte, darunter viele mit Ideen zur Aufwertung Kassels. Zu den spektakulärsten Arbeiten gehören die Entwürfe zum Bau eines Fahrrad-Parkhauses auf dem Platz, wo jetzt noch Blechwüste ist. „Alle wollen Rad fahren, aber die Infrastruktur ist nicht da“, sagt Prof. Dr. Maya Reiner vom Fachgebiet Entwerfen und Gebäudelehre. Statt 40 Autos könnten dort 400 Drahtesel Platz finden, meint sie. Außer den Fahrrädern, die dann im Trockenen stehen könnten, wäre in dem Gebäude noch Raum für eine Caféteria, eine Fahrradwerkstatt und einen Kiosk.

Einige Entwürfe lassen Platz für ein parkähnliches Ambiente am K10. Der große Wurf könnte aber eine X-förmige, geschlossene Brücke über den Holländischen Platz sein, auch dies eine Idee von Studenten. Die Brücke soll zugleich als Parkhaus für Fahrräder dienen. Und die Pedalritter wären vor dem Autoverkehr geschützt.

Badeinsel in der Fulda

Wohnen und Leben am Fluss, an der Fulda, ist ein Dauerthema in Kassel. Erstsemesterstudenten von Prof. Ariane Röntz (Landschaftsarchitektur) haben dazu Vorschläge für das noch weitgehend unbebaute Ostufer der Fulda zwischen Hafenbrücke und Schwimmbadbrücke gemacht. „Wir wollen die besonderen Orte am Fluss stärken und mehr Leute dorthin locken“, sagt Studentin Angelina Sporn. Ein terrassenförmiger Zugang zum Wasser oberhalb der Branner-Brücke, eine Badeinsel nahe der Schwimmbadbrücke und abschnittweise Uferpromenaden könnten den Bereich aufwerten. Vor allem aber sollten auf dem brachliegenden Ostufer Häuser gebaut werden, meinen die Studenten. Gerade der Bereich gegenüber der Karlsaue sei „ein toller Wohnstandort.“

Während es bei der Ausstellung um nichts als Lerngewinn geht, können die Studenten bei der Teilnahme am Ideenwettbewerb für die Gottschalk-Kopfbauten und die von der Uni erworbene Villa Rühl, der im April startet, den Ernstfall testen. Dafür ist ein Preisgeld von je 2000 Euro ausgesetzt. (pdi) ASL-Rundgang heute von 10.30 bis 22 Uhr (Henschelstr. 2, Gottschalkstr. 26-30. www.uni-kassel.de/fb06/aktuelles/rundgang

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