Getötete Frau: Polizei sucht weiter Hinweise

Beisetzung auf dem Hauptfriedhof: Würdiger Abschied von Monika S.

Abschied auf dem Hauptfriedhof: Pfarrer Stefan Nadolny hielt die Trauerrede bei der Urnenbeisetzung von Monika S. Foto:  Fischer

Kassel. Es war eine Beerdigung, in der die meisten Gäste keine typische Trauerkleidung trugen: keine schwarzen Anzüge oder Kostüme. Es gab keine großen Kränze oder wuchtigen Blumengebinde.

Stattdessen legten trauernde Frauen mitgebrachte Blumen und weinende Männer Butterblumen am Grab nieder, die sie zuvor auf der Friedhofswiese gepflückt hatten. Sie kannten Monika S., genannt Monique, aus dem Stadtteilzentrum Wesertor oder aus der Tagesaufenthaltsstätte Panama.

Opfer eines Verbrechens

Mehr als 20 Frauen und Männer nahmen am Donnerstagmittag auf dem Hauptfriedhof an der Urnenbeisetzung von Monika S. aus Kassel teil, die Opfer eines Verbrechens geworden ist. Vom Täter fehlt bislang jede Spur. Die Leiche der 58-jährigen Frau war Anfang Mai am Fulda-Radweg im Stadtteil Wesertor unter Grünabfällen entdeckt worden.

Monika S.

Einen wunderschönen Strauß mit Sommerblumen hatte eine 59-jährige Bekannte aus dem Stadtteilzentrum Wesertor für die Beerdigung gepflückt. „Die Blumen sind aus der Fuldaaue“, erzählte die Frau. „Monique war sehr beliebt, wir sind alle sehr bestürzt und es herrscht eine große Unsicherheit.“ Monique sei nicht ein typisches Opfer gewesen, weder reich noch habe sie sich aufreizend verhalten, sagte die Bekannte. Zudem äußerte die Frau eine Bitte: „Schreiben Sie nicht, dass Monique aus dem Obdachlosen-Milieu kam.“ Alle die auf der Trauerfeier seien, hätten eine Wohnung. „Von uns lebt keiner auf der Straße.“

Trauerfeier und Beerdigung der ermordeten Monika S.

Pfarrer Stefan Nadolny von der Neuen Brüderkirche (Wesertor) sagte in einer bewegenden Trauerrede am offenen Grab, dass alle es immer noch nicht fassen könnten, dass Monique Opfer eines Verbrechens geworden ist. „Alle haben selbst Angst und es tut uns so leid, wenn wir an Monique denken.“ Sie sei eine Frau gewesen, die im Stadtteiltreff gern mitgeholfen, die Natur geliebt, von einem Leben in einer Gemeinschaft auf einem Hof geträumt und auch viel hinter sich gelassen habe. Monique sei selbstbewusst und mutig gewesen, sagte der Pfarrer. „Sie wollte ein anderes Leben, nicht nach Konventionen führen.“ Die Gewalt, die Monique erfahren habe, stelle eine schwere Verletzung der Menschenwürde dar, die ihr so wichtig gewesen sei, sagte Nadolny.

Das Wichtigste habe die Gewalttat aber nicht zerstören können: All das Gute, das Monique in ihrem Leben getan habe und die Liebe, die ihre Freunde mit ihr verbinden würden.

Die Kasseler Kripo nimmt Hinweise in dem Fall unter Tel. 05 61/91 00 entgegen.

Lesen Sie auch: Getötete Monika S.: Suche nach Hinweisen mit neuem Plakat

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