Blütenmeer für die Baulücke auf dem Campus Nord

Farbenfroher Park: Die Anlage auf dem Campus Nord ist attraktiver Lückenfüller für den Bereich, wo einmal die Neubauten der Naturwissenschaften entstehen sollen. Mit den Blühstreifen will der Entwurf Bezug auf die Stoffbahnen der Tuchfabrik Gottschalk nehmen, die auf dem Gelände früher ansässig war.

Kassel. Der Platz auf dem Campus Nord der Uni ist reserviert. Aber ob und wann die Naturwissenschaften vom jetzigen Standort Oberzwehren dorthin umziehen können, steht noch in den Sternen.

Damit die riesige Baulücke nicht zur Schmuddelecke auf dem sich nach Norden ausdehnenden Campus wird, legen Landschaftsplanungs-Studenten der Uni Kassel dort jetzt einen temporären Park an. Im kommenden Jahr soll die etwa 5000 Quadratmeter große Fläche ein farbenfrohes Blütenmeer sein.

Bei ihrem Entwurf haben die Studenten sich von der ehemaligen Nutzung des Geländes inspirieren lassen: Dort hat fast 120 Jahre lang die Tuchfabrik Gottschalk Stoffe produziert, aus denen vor allem Zelte gefertigt wurden. Wie bunte Stoffbahnen sollen sich Blühstreifen in verschiedenen Farben durch den Park ziehen, erklärt Katharina Reichmann für die 14-köpfige Projektgruppe. In der Mitte gibt es eine Wiese. Große Steine, die auf dem Gelände derzeit nutzlos herumliegen, sollen als Sitzgelegenheiten zum Verweilen einladen. Der Park soll nicht nur Angehörigen der Uni, sondern auch den Menschen aus der Nordstadt offenstehen.

Planen für die Lücke: Die Masterstudenten mit den Plänen für den Interims-Park auf der Freifläche auf dem Campus Nord. Im Hintergrund der Neubau für den Fachbereich Architektur, Stadt- und Landschaftsplanung (ASL).

Die Bauabteilung der Uni hatte angeregt, dass Studenten eine Übergangsgestaltung für die Freifläche entwickeln. Im vergangenen Herbst startete daraufhin das Projekt „Nordcampus - Entwerfen für die Lücke“. Die Master-Studenten erarbeiteten zunächst verschiedene Entwürfe. Der von den Dozenten der Fachgebiete Freiraumplanung und Landschaftsbau ausgewählte Siegerentwurf ist dann von der gesamten Gruppe ausgearbeitet worden.

„Meist plant man im Studium nur in der Theorie“, sagt Birger Prolingheuer. „Ein Projekt, das auch in die Tat umgesetzt wird, und dazu direkt vor der eigenen Haustür, ist schon etwas Besonderes.“ Eine wichtige Erfahrung für die spätere Berufspraxis sei auch die Kommunikation mit allen Beteiligten, vom Auftraggeber bis zum Bauarbeiter, ergänzt Kommilitonin Kirstin Matz.

Vorige Woche haben die Arbeiten begonnen. Eine große Pfütze wurde trockengelegt und die Parkfläche hergerichtet. In den vergangenen Monaten haben die Studenten bereits eine Saatmischung zusammengestellt - und dafür auch selbst Samen gesammelt. Mehr als 250 Pflanzenarten werden ausgesät. Vom violett blühenden Salbei über roten Klatschmohn bis zu Habichtskraut in Orange. „Dabei haben wir darauf geachtet, Pflanzen auszuwählen, die auf dem Schotterboden keimen können, robust sind und Trockenheit aushalten“, sagt Tobias Elskamp. Damit es immer bunte Hingucker gibt, werden frühe Blüher ebenso wie Blumen verwendet, die erst später Blüten tragen.

Während der Interims-Park Gestalt annimmt, verhandelt die Uni derzeit mit dem Land Hessen über die millionenschwere Finanzierung für den Umzug der Naturwissenschaften. So attraktiv die Lückenfüller-Landschaft auch werden mag: Die Hochschulspitze hofft, dass sie Provisorium bleibt und nicht notgedrungen zur Dauerlösung wird.

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