Ortsbeirat fordert Sanierung des "Schandflecks"

Holländische Straße: Brandhaus rottet weiter vor sich hin

Schandfleck an der Holländischen Straße: Das leer stehende Haus Nr. 42, in dessen Erdgeschoss früher eine Kneipe war, verkommt seit Jahren. Fotos: Rudolph

Kassel. Spanplatten vor den Fenstern im Erdgeschoss, Graffiti auf den Scheiben in allen vier Geschossen: Das Haus Holländische Straße 42 steht seit Jahren leer und verkommt.

An der Hofdurchfahrt warnt ein Schild vor Giftködern gegen Ratten und Einsturzgefahr: Betreten verboten. Dreimal hat es in dem Haus bereits gebrannt - zuletzt im März.

Den Ortsbeirat und viele Anwohner treibt die Sorge um, dass erneut gezündelt wird. Im Nachbarhaus - das übrigens schmuck saniert ist - und den umliegenden Gebäuden wohnen viele Menschen. „Man mag sich nicht ausmalen, was passieren, wenn das Feuer das nächste Mal übergreifen sollte“, sagt Ortsvorsteherin Monika Sprafke. Auch dass Ratten im Hinterhof herumliefen, sei ein Unding. „Das Haus ist ein absoluter Schandfleck.“ Sie ist verärgert, dass man im Rathaus nichts unternimmt. „Meiner Meinung nach hat die Stadt hier eine Fürsorgepflicht“, sagt Sprafke.

Der Ortsbeirat hat den Magistrat bereits zweimal zum Handeln aufgefordert. Neben der adäquaten Sicherung des Gebäudes vor Eindringlingen fordern die Stadtteilvertreter auch eine Sanierung des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes. Im jetzigen Zustand beeinträchtige es das Straßenbild und das Image des gesamten Stadtteils.

Die marode Immobilie soll einer Gesellschaft aus Frankfurt gehören. Eine Firma aus Lohfelden soll mit der Hausverwaltung beauftragt sein. Genaueres weiß auch die Ortsvorsteherin nicht. Bei ihr haben sich bereits Kaufinteressenten gemeldet. Sie hat die Kontakte an die Stadt weitergegeben. „Ich erwarte, dass man wenigstens versucht, hier mit dem Eigentümer zu vermitteln. Der hat ja offenbar kein Interesse mehr an einer Nutzung der Immobilie“, sagt Sprafke. Das sei auch im Hinblick auf den knapper werdenden Wohnraum ärgerlich.

Die Stadt verweist darauf, dass es Aufgabe des Eigentümers sei, Brände oder Vandalismus in dem Haus zu verhindern. Das Gebäude sei nach dem jüngsten Brand von der Bauaufsicht kontrolliert worden, Einsturzgefahr oder eine Gefährung für Personen auf dem Bürgersteig oder Verkehrsteilnehmer auf der Straße bestehe nicht.

Auf die Frage, was die Stadt unternimmt und welche Handhabe sie hat, um einen drohenden Verfall des unter Denkmalschutz stehenden Hauses zu verhindern, sagt Rathaus-Sprecher Ingo Happel-Emrich lediglich: „Die Bauaufsicht hat den Eigentümer in dessen eigenem Interesse dazu aufgefordert, das Gebäude zu sichern.“

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