BUND fordert, den seit Jahren beschlossenen Campus-Grünzug zu gestalten

Der ewige Schandfleck der Uni Kassel

Fordern einen Rückbau der Container: Stefan Bitsch (links) und Jann Hellmuth vom BUND fordern die Anlage des seit Langem beschlossenen Grünzuges auf dem Campus-Areal.
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Fordern einen Rückbau der Container: Stefan Bitsch (links) und Jann Hellmuth vom BUND fordern die Anlage des seit Langem beschlossenen Grünzuges auf dem Campus-Areal.

Auf dem Campus Holländischer Platz gibt es wenige Grünflächen, die zum Aufenthalt einladen. Dabei gäbe es eigentlich einen schönen Grünzug entlang der Ahna, der noch dazu seit zehn Jahren durch einen Bebauungsplan beschlossene Sache ist.

Kassel - Doch statt einer Wiese, Bäumen und Sportflächen befinden sich auf dem Areal seit einem Jahrzehnt schäbige Container-Bauten und ein großer Schotterparkplatz. Bei den Naturschützern des BUND sorgt dies für Kritik. Sie fordern eine baldige Herstellung der Grünanlage.

Im Jahr 2011 hatten die Stadtverordneten den entsprechenden Bebauungsplan beschlossen. Dieser sieht auf dem Campus Nord neben den geplanten Neubauten der Universität die Grünfläche vor. „Stattdessen haben wir hier einen Parkplatz und Systembauten“, sagt Stefan Bitsch, Geschäftsführer des BUND-Kreisverbands Kassel. Damit setzten sich die Stadt und das Land Hessen als Träger der Hochschule dauerhaft über eine bestehende Satzung hinweg. Dafür würden Ausnahmegenehmigungen über das normale Maß hinaus stetig verlängert.

Der Grünzug habe eine wichtige klimatische Funktion für das dicht bebaute Hochschulgelände, so Bitsch. Noch dazu sei eine grüne Aufenthaltsfläche auch für die Studenten und Mitarbeiter der Hochschule ein Gewinn.

Eigentlich hatte das Land Hessen zunächst nur bis 2014 die Einrichtung des provisorischen Parkplatzes bei der Stadt Kassel beantragt. Hintergrund ist, dass die Hochschule verpflichtet ist, Stellplätze nachzuweisen. Schließlich wurde die Übergangsregelung verlängert und läuft nun zum 1. August aus. Dann müsste das Land den Rückbau der Parkplätze veranlassen und die Grünanlage herstellen.

Der BUND hat bei der Stadt bereits angefragt, ob einer abermaligen Verlängerung für die Nutzung als Parkplatz zugestimmt würde. „Man hat uns gesagt, dass man einem Antrag zustimmen werde“, sagt Bitsch. Es könne doch aber nicht sein, dass die Verwaltung sich dauerhaft über den Willen der Stadtverordneten hinwegsetze. Mit dem Semesterticket und dem Landesticket für alle Bediensteten gebe es alternative Anreisemöglichkeiten für Studenten und Mitarbeiter der Hochschule. „Die Uni ist gut an das Radnetz und den ÖPNV angebunden“, ergänzt Jann Hellmuth aus dem Vorstand des BUND. Insofern könne die Uni die Parkplätze einfach ablösen und auf die Stellflächen verzichten.

Parkplatz statt Grünzug: Im Hintergrund der Science Park (rechts) und das Studierendenhaus.

Auch die provisorischen Container-Bauten, die 2008 aufgestellt wurden, sollten eigentlich nur fünf Jahre stehen bleiben. Doch dann wurde die Genehmigung mehrfach verlängert und läuft nun bis April 2023.

Der BUND fordert die Uni auf, den Parkplatz und die Container bis zum Ablauf der Fristen zurückzubauen und die Grünfläche herzustellen. Ein Stadtsprecher teilte auf HNA-Anfrage zum weiteren Vorgehen mit: „Die Entwicklung der Universität ist ein komplexes Projekt mit einem langen Umsetzungszeitraum. Während dieses Zeitraums sind viele Zwischenstadien mit unterschiedlichen Nutzungsanforderungen und rechtlichen Bedingungen gemeinsam mit der Universität zu managen. Es findet eine fortlaufende Abstimmung zwischen der Universität und der Stadt Kassel statt.“ (Bastian Ludwig)

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