Notrufe

Drogen, Alkohol und Gewaltexzesse: Lage im Kasseler Nordstadtpark eskaliert

Menschen im Nordstadtpark
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Macht Sorgen: Im Nordstadtpark sollen sich immer mehr Erwachsene mit Drogen und Alkohol aufhalten. In der Nähe befinden sich aber auch eine Schule, Kita und ein Jugendzentrum.

Polizei und Ordnungsamt sind alarmiert: Im Kasseler Nordstadtpark kommt es immer häufiger zu Gewaltexzessen. Auch die Probleme mit Drogen und Alkohol nehmen deutlich zu.

Kassel - Sabine Pach ist beunruhigt: Die Situation am Nordstadtpark habe sich drastisch verändert durch neue Gruppen erwachsener Männer, die massive Probleme mit Drogen und Alkohol verursachten. Dies berichtete die Mitarbeiterin des Jugendzentrums Schlachthof dem Ortsbeirat-Nord Holland während dessen jüngster Sitzung.

Zu der auch Frank Knublauch, Dienststellenleiter des Polizeireviers Nord, sowie Bernd Kessler vom Ordnungsamt erschienen waren. Diese Entwicklung im Quartier, ausgelöst durch die Verdrängung der Szene aus der Jägerstraße hierher, müsse gestoppt werden, mahnte Pach. Drogen- und Alkoholkonsum, Handel mit Betäubungsmitteln, Gewaltexzesse, etwa mit Machete und Eisenstangen, seien keinesfalls hinnehmbar, schon gar nicht im Umfeld der Schule, dreier Kitas und des Jugendzentrums, betonte Pach.

Es gehe hier nicht um feiernde Jugendliche, die mal Stress haben und machen, es gehe hier um Erwachsene, von denen erhebliche Gefahren und Störungen für alle Anwohner ausgingen. Diese Menschen selbst müssten Hilfe bekommen durch Sozialarbeiter für Erwachsene. Die beiden Behördenvertreter bestätigten die Problemlage, wiesen aber zugleich auf ihre begrenzten Kapazitäten beim Personal und bei der Zuständigkeit hin.

Die verschärfte Lage sei auch der Pandemie geschuldet, der Nordstadtpark sei coronabedingt nicht so besucht wie sonst, dadurch fehle die soziale Kontrolle. Knublauchs wiederholter Appell bei Vorfällen: Polizei rufen, Täter, Uhrzeit, Ort, Vorfall genau beschreiben, am besten ein Foto, denn Identitätsfeststellung sei das Wichtigste, erklärte er.

Eingehende Notrufe würden in der Zentrale koordiniert und systematisch abgearbeitet. Man fahre auch Streife, könne aber leider nicht immer überall gleichzeitig sein. „Bei uns wäre jetzt aber ständige Polizeipräsenz wichtig, das hier ist ein Hilferuf“, sagte Pach. Sitzungsbesucher Michael Bathon erklärte, man müsse die für die Zustände am Nordstadtpark politisch Verantwortlichen in die Pflicht nehmen und ein Gesamtkonzept fordern.

Zu Beginn der Sitzung hatte Frank Knublauch die Lage im Bereich Nordstadtpark geschildert, die aktuell durch Gewalttaten, Autoposer und vielfältige andere Störungen sowie Lärmbelästigungen geprägt ist. Der Ortsbeirat Nord-Holland möchte, dass das Quartier für seine Bewohner wieder sicher, lebenswert und sauber wird.

Dafür fordert er von der Stadt mit seinem Beschluss, dass sie sofort aktiv wird: Durch Präsenz von Vertretern der Ordnungsbehörden, verstärkte Alkohol- und Drogenkontrollen, mehr Beleuchtung gegen „dunkle Ecken“ und mit einem Streetworker für Erwachsene. Außerdem möge sie stadtweit eine Drogenstrategie entwickeln, die nicht auf Verdrängung der Abhängigen von einem Ort zum anderen setzt.

Anlieger, Ortsbeirat, Stadt und Präventionsrat sollen zur Lösung der anstehenden Aufgaben zusammenarbeiten, der Ortsbeirat möchte von der Stadt stets aktuell informiert und einbezogen werden. (Sabine Oschmann)

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