Teilweise blutverschmierte Toiletten

Verbrechen vor Reuterschule: Unerträgliche Situation durch Drogen- und Trinkerszene

Kassel. Der Schulleiter der Paul-Julius-von-Reuter-Schule, Karl-Friedrich Bätz, schlägt Alarm: Die Situation vor den Türen der Schule sei unerträglich.

Die dort verübte Tötung an einem 34-Jährigen aus der Trinkerszene vor einer Woche habe nur ein weiteres Schlaglicht auf die unerträgliche Situation geworfen.

Auf der Grünfläche an der Schillerstraße/Ecke Gießbergstraße versammelten sich regelmäßig 25 und mehr Alkohol- und Drogenkranke. Es zeichne sich ein Verdrängungseffekt aus der Innenstadt und vom Lutherplatz ab. Fast täglich hielt sich das Klientel auch in der Schule auf, benutze die Sanitäranlagen, wo es sich Drogen spritze und die Toiletten teilweise blutverschmiert zurücklasse.

Die Schule leide zudem extrem unter Beschaffungskriminalität. Allein in diesem Jahr wurden sechs Beamer aus Räumen der Schule gestohlen. Den Schaden beziffert Bätz mit 4500 Euro. „Sind wir ein Warenlager für die Drogensüchtigen?“, fragt Bätz. Er fordert ein Alkoholverbot für den Platz an der Schule, den Einbau von Videokameras und die Möglichkeit alle Türen nach Unterrichtsbeginn verschließen zu können, sowie eine zentrale Kontrolle der Eingänge.

Auch Schulsprecher Michael Hofmann ist aufgebracht: „Schüler werden angepöbelt, überall liegt Müll und einige von uns haben Angst in die täglichen Streitereien hineingezogen zu werden.“ Diese Umstände weiter so zu belassen, ist fahrlässig gegenüber jedem Schüler, richtet sich seine Kritik an den Schulträger, die Stadt Kassel.

„Das Thema Sicherheit an der Reuter-Schule ist nicht neu“, äußert sich Stadtsprecher Michael Schwab: „Wir sind im Gespräch mit der Schulleitung.“ Zwischenzeitlich seien alle Außentüren mit Transponderschließung ausgestattet, sodass außerhalb der Schulzeiten nur berechtigte Personen ins Gebäude kommen. Das Ordnungsamt führe derzeit verstärkt Kontrollen in diesem Bereich durch.

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Rubriklistenbild: © Malmus

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