Angetriebene Räder im Trend – und solche mit besonders dicken Reifen

Messe in der Mensa: Elektro- und Fat Bikes die Renner

Fat Bike für Kinder: Unser Foto zeigt Mathilde (5) und Bruder Paul (7) mit Papa Uwe Raabe auf Testfahrt.

Kassel. Der Andrang während der gestrigen Bike Expo in der Zentralmensa war zeitweise gewaltig, an einigen Ständen war kein Durchkommen – trotz oder gerade wegen des traumhaften Wetters.

Die große Resonanz hat aber zwei weitere wichtige Gründe. Zum einen sehnen die Menschen mittlerweile den Frühling herbei und somit die neue Radsaison, zum anderen liegt Fahrradfahren seit Jahren im Trend. Die Branche ist eine stark wachsende.

Früher war alles ganz einfach: Es gab Herren- und Damen-, Kinder und Rennräder – fertig. Heute gibt es mindestens so viele unterschiedliche Typen wie Fahrzeugklassen: Trecking-, City- und Mountainbikes, Rennmaschinen, sogenannte Fat Bikes, also Räder mit Reifen so dick wie bei Motorrädern, besonders lange Stretch Cruiser, City Cruiser und auffällige Chopper, Elektroräder und Pedelecs, und, und, und ... Und das in unzähligen Ausstattungsvarianten. Das Zusammenstellen eines Fahrrads kann heutzutage länger dauern als das eines Autos.

So unterschiedlich Optik und Einsatzgebiete, eines haben sie alle gemein: Die Materialien sind meist edel, vielfach kommen High-Tech-Werkstoffe wie Kohlefaser, hochfeste Kunststoffe und teures Titan zum Einsatz. Die Verarbeitung ist meist hervorragend, die Schalt- und Bremstechnik so aufwendig wie bei schweren Maschinen. Ein hochpreisiges Fahrrad kostet mitunter mehr als ein Kleinstwagen. Und wer es mega-edel will, kann noch viel, viel mehr ausgeben.

Absolut im Trend liegen seit Jahren Elektroräder. Mittlerweile haben sie einen Marktanteil von 13 Prozent – Tendenz weiter steigend, die demografische Entwicklung lässt grüßen. In diesem Jahr dominieren aber auch die Fat Bikes, die mit ihren überdimensionierten Reifen ihrem Namen alle Ehre machen.

Fahrradfahren ist mittlerweile viel mehr als Sport- oder Fortbewegungsart. Es ist Kult und trendy, was sich in den schrillen Farben, hippen Designs, teuren Klamotten und mehr oder weniger nützlichem Zubehör manifestiert. Und wer etwas auf sich hält, fährt sowieso ein sündhaft teures Exemplar einer Edelschmiede oder ein individuelles aus einer Manufaktur, wozu man früher Werkstatt sagte.

Ja, und früher kaufte man sich ein Rad und fuhr los. Heute ist das anders. Da werden der ganze Körper oder Teile von ihm mittels teurer Lasertechnik vermessen, Pedale individuell eingestellt und Sättel dem jeweiligen Gesäß angepasst – ein anderer kann mit dem Gerät dann gar nicht mehr fahren. Da werden Analysen zu Tritttechnik, Kraftverteilung, Bewegungsmuster und Gelenkfunktionen gemacht. Und nicht zu vergessen: die Nahrungsergänzungsmittel für den besseren Durchzug. Die Alternative: Bratwurst, Schnitzel im Brötchen und belegte Brote aus der Zentralmensa.

Bike-Expo in der Zentralmensa am Holländischen Platz

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