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Überquerung der Bunsenstraße in Kasseler Nordstadt ist für Kinder gefährlich

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Von: Katja Rudolph

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Die neunjährige Abir steht auf der Verkehrsinsel in der Mitte der Bunsenstraße. Im Hintergrund an der Hecke zwischen Fahrbahn und Gehweg Abirs Mutter Shahnaz Ibrahim und Sozialarbeiter Andreas Wollenberg.
Angststelle: Die neunjährige Abir wurde im Dezember beim Überqueren der Bunsenstraße angefahren. An der unübersichtlichen Stelle überqueren täglich viele Kinder aus der Flüchtlingsunterkunft die Straße. Im Hintergrund Abirs Mutter Shahnaz Ibrahim und Sozialarbeiter Andreas Wollenberg. © Katja Rudolph

Schon zweimal wurden Kinder verletzt, jetzt fordert der Ortsbeirat mehr Sicherheit an der Bunsenstraße unweit der Kreuzung mit der Holländischen Straße. Der Überweg ist in unmittelbarer Nähe einer Flüchtlingsunterkunft, in der viele Kinder leben,

Nord-Holland – Wenn die neunjährige Abir Chabli morgens auf dem Schulweg die Bunsenstraße überquert, hat sie immer noch Herzklopfen. Vor gut zwei Monaten, am 20. Dezember, war das Mädchen in Höhe der Verkehrsinsel unterhalb der Kreuzung Holländische Straße von einem Auto angefahren worden. Die Grundschülerin war, um ihren Bus zu erreichen, über die Straße gerannt. Ein Autofahrer konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und überrollte das Mädchen teilweise. Wie durch ein Wunder kam Abir mit ein paar Kratzern davon und musste nur drei Tage zur Beobachtung im Krankenhaus bleiben.

„Ich bin jetzt immer sehr, sehr vorsichtig und schaue mehrmals rechts und links“, beteuert die Neunjährige, die mit ihrer Familie aus Syrien in der Flüchtlingsunterkunft an der Bunsenstraße lebt. Trotz Vorsicht: Die Überquerung der Bunsenstraße ist an dieser Stelle nicht nur für Kinder eine Gefahr.

Auf Initiative des Vereins Piano, der die Gemeinschaftsunterkunft betreibt, war die Situation nun Thema im Ortsbeirat Nord-Holland. Bereits vor etwa zwei Jahren sei an der Stelle ein Kind aus der Unterkunft angefahren worden, berichtete Leiter Ingo Michler. Etwa 60 Kinder, von denen viele täglich zur Haltestelle an der Holländischen Straße gehen, lebten mit ihren Familien in der Wohnanlage an der Bunsenstraße.

Tückisch an der aktuellen Querungssituation ist, dass die Straße an der Stelle eine leichte Biegung macht. Hinzu kommt, dass der Fußweg entlang der Bunsenstraße mit einer Hecke von der Fahrbahn getrennt ist. Die Hecke, die selbst im frisch gestutzten Zustand fast so hoch ist wie die neunjährige Abir, endet erst kurz vor der Fußgängerfurt mit der Mittelinsel. Dadurch ist insbesondere für Kinder ein vorausschauender Blick nach links auf den Verkehr versperrt. Aber auch Autofahrer können Fußgänger erst in letzter Sekunde sehen.

Auch für aus Richtung der Kreuzung Holländische Straße kommende Fahrzeuge sei die Verkehrssituation an der Stelle eher unübersichtlich unter anderem durch eine oft voll besetzte Parkfläche, die vor der leichten Kurve die Sicht einschränkt, sagt Sozialarbeiter Andreas Wollenberg vom Verein Piano. Zwar gebe es vorne an der Kreuzung auch eine Fußgängerampel über die Bunsenstraße. Doch die benutzte kaum jemand, der aus Richtung Bunsenstraße komme: „Weil der Weg über die Mittelinsel kürzer ist und man sich damit eine Ampelphase spart“, so Wollenberg. Durch die Verkehrsinsel werde an der Stelle ja auch zu einer Überquerung eingeladen.

Der Ortsbeirat wünscht sich statt der vorhandenen Mittelinsel nun einen Zebrastreifen und Warnschilder mit dem Zeichen „Vorsicht, Kinder“. Um über eine Verbesserung zu diskutieren, habe man das Straßenverkehrsamt zu einer gemeinsamen Ortsbegehung aufgefordert, sagt Ortsvorsteher Ali Timtik: „Klar ist, dass die Mittelinsel so nicht ausreicht.“ (Katja Rudolph)

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