Club an der Eisenschmiede

Die Goldgrube in Kassel lebt wieder: Club mit ersten Konzerten eröffnet

Halten die alternative Musik und Kultur in der Nordstadt aufrecht: Christian Prasse (l.) und Markus Maifeld, die neuen Betreiber der Goldgrube. Foto: Wilhelm Ditzel

Kassel. Drei Monate war die Goldgrube an der Eisenschmiede nach dem plötzlichen Tod ihres Gründers Udo Schulze geschlossen. Jetzt kehrt das Leben in den Nordstadt-Kultschuppen zurück.

Am Mittwochabend gab es die Eröffnungsparty, am Donnerstag das erste Konzert unter den beiden neuen Betreibern Christian Prasse und Markus Maifeld.

„Wenn es gute Musik ist, dann ist es gute Musik, egal ob Metal, Grunge, Punk, Indie oder Singer/Songwriter“, sagt Markus Maifeld und beugt damit gleich allen Gerüchten vor, die Goldgrube würde als reiner Metal-Club weitergeführt. Sein Geschäftspartner Christian Prasse ergänzt: „Wir möchten möglichst vielen Musikstilen und Bands im subkulturellen Spektrum ein Forum bieten, wenn sie in das Konzept des Clubs passen.“

Das Gerücht von einem Metal-Club kam nicht von ungefähr. Christian, genannt „TamTam“, und Markus, Szenename „Markus Moshpit“, veranstalten als Mitglieder der Moshpit Crew seit vielen Jahren Heavy-Metal-Konzerte in Kasseler Clubs. „Eigentlich gibt es keine Location, wo wir noch nicht zu Gast waren. Barracuda, Spot, Salzmann, K19, A.R.M., Fiasko, 130bpm und natürlich auch in der Goldgrube.“ Einen festen Veranstaltungsort haben sie schon lange gesucht, weil es stressig sei, immer wieder mit dem ganzen Veranstaltungsapparat vom Catering über die Gestaltung der Backstage-Räume bis zum Bühnen-Equipment in einem Club einzuziehen und danach wieder alles abzuräumen. „Jetzt habe ich die Möglichkeit, die Backstage-Area dauerhaft als ein Wohnzimmer für die Künstler einzurichten“, sagt Maifeld.

Die Vorbereitungszeit für die Wiedereröffnung war kurz. Nachdem Ana María Bedoya, die Witwe des verstorbenen Vorgängers, sich entschieden hatte, dass es mit der Goldgrube weitergehen soll, seien es zunächst acht Interessenten gewesen, die Konzepte hatten. „Die Meisten sind ausgestiegen, als sie mit der Zeit begriffen, wie viel Arbeit vor allem im Verwaltungsbereich auf einen zukommt“, sagt Maifeld, der auch künftig seinen Job im Mercedes Achsenwerk mit den neuen Aktivitäten als Clubbetreiber und Veranstalter unter einen Hut bringen will. Christian Prasse studiert Soziale Arbeit und wird auch weiterhin in der Jugendhilfe arbeiten.

Angesichts dessen und in Betracht der kurzen Vorbereitungszeit haben die beiden für den September ein beachtliches Programm hinbekommen: fünf Konzerte mit insgesamt zwölf Bands, zwei DJ-Events und ein Gastspiel der Zwischendeckundtape-Reihe, die ansonsten im Dock 4 zuhause ist. Auch künftig soll das Live-Angebot der Goldgrube eine Mischung zwischen eigenen Veranstaltungen und Gastspielen bleiben. Maifeld und Prasse wollen gute Gastgeber sein. „Wir wissen ja aus eigener Erfahrung, wie das ist, immer irgendwo zu Gast zu sein.“ 

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