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Ausschreitungen bei Demo gegen Rüstungsindustrie in Kassel - Aktivisten attackieren Polizei

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Von: Florian Hagemann, Kathrin Meyer, Ulrike Pflüger-Scherb, Marie Klement

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Rheinmetall entwaffnen Demo Wolfhager Straße
Die Polizei ist im Großeinsatz. Seit den frühen Morgenstunden kreist auch ein Hubschrauber über Kassel. © Florian Hagemann

Rüstungsaktivisten haben in Kassel für Großeinsatz der Polizei gesorgt. Seit den frühen Morgenstunden kreiste ein Hubschrauber über der Stadt. Es kam zu Verkehrsbehinderungen.

Kassel – Seit dem frühen Morgen lief in Kassel ein Großeinsatz der Polizei. Der Grund: Mitglieder der Gruppe „Rheinmetall entwaffnen“ hatten zu spontanen Aktionen gegen die Rüstungsindustrie aufgerufen.

+++  Nach der nicht angemeldeten Versammlung am Freitagmorgen hat die Polizei eine erste Bilanz gezogen. Demnach wurden zwei Teilnehmer festgenommen. „Gegen eine Person wurde ein Strafverfahren wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte eingeleitet, gegen die andere wegen Verstoßes gegen das Vermummungsverbot“, teilt die Polizei mit. Acht Polizeibeamte seien leicht verletzt worden. Erkenntnisse zu verletzten Versammlungsteilnehmenden liegen der Polizei auch nach Abfragen bei der Rettungsleitstelle nicht vor. 

+++ Laut Polizei ist auch die zweite - diesmal angemeldete - Versammlung beendet. Die etwa 300 Teilnehmer sind Richtung Innenstadt unterwegs.

+++ Die zweite Kundgebung der Rüstungsgegner in der Kasseler Nordstadt hat begonnen. Etwa 120 Teilnehmer sind vor Ort. Zahlreiche weitere sind auf dem Weg Richtung Struthbachweg. Verkehrsteilnehmer müssen also gegebenenfalls in dem Bereich mit Einschränkungen rechnen. Die Aktivisten beklagen Polizeigewalt bei dem Einsatz in Kassel. „Die Cops haben sich uns in den Weg gestellt“, sagt ein Mann über die erste Demo am Morgen. Die Polizei hatte bereits am Morgen Attacken seitens der Demonstranten gemeldet.

Die Demonstranten haben sich erneut versammelt
Die Demonstranten haben sich erneut versammelt. © Ulrike Pflüger-Scherb

+++ Um 10 Uhr soll im Bereich des Geländes von Krauss-Maffei Wegmann eine weitere Demonstration geben.

+++ Derzeit ist es ruhig, die Polizei meldet, dass aktuell keine Störungen bekannt sind. Allerdings verweist sie darauf, dass es weiterhin zu Verkehrsbehinderungen kommen kann.

+++ Nachdem ein Polizeihubschrauber seit den frühen Morgenstunden stundenlang über der Stadt gekreist ist, ist er derzeit nicht mehr zu hören.

+++ Nach der Versammlung hatten sich die Demonstranten gegen 7 Uhr zu einem spontanen Aufzug zusammengschlossen, der laut Polizei durch die Innenstadt und den Stadtteil Wehlheiden zog. Die Beamten begleitete den Aufzug, der sich schließlich auf der Wilhelmshöher Allee auflöste.

+++ Zeitweise wurden die Werkstore des Rüstungsunternehmens Krauss-Maffei Wegmann (KMW) im Bereich Schillerstraße/Reuterstraße blockiert. Auch ein Polizeihubschrauber war im Einsatz und kreiste über dem Stadtgebiet. Es kam zu Verkehrsbehinderungen im Bereich Wolfhager Straße und Holländischer Platz.

+++ Im Laufe des Freitags und am Samstag hat die Gruppe weitere Aktionen angekündigt.

+++ Gegen 5 Uhr hatten nach Auskunft von Polizeisprecher Matthias Mänz 200 Personen versucht, auf das Gelände von KMW an der Schillerstraße zu gelangen. Die Polizisten seien dabei mit Baustellenmaterial beworfen worden. Einer Polizistin wurde demnach auch der Helm vom Kopf gerissen. Da die Aktivisten auch versucht hätten, die Polizeikette zu durchbrechen, seien Pfefferspray und Schlagstöcke zum Einsatz gekommen. Die Polizei schrieb auf Twitter: „Die Stimmung ist aggressiv. Wir werden Straftaten verfolgen und gegen Gewalttäter konsequent vorgehen.“

Kassel: Demo vor Rüstungsbetrieb - Sitzblockaden aufgelöst

+++ Vor den Werkstoren des Unternehmens im Stadtteil Nord-Holland hat es Sitzblockaden gegeben. Diese seien mittlerweile aber aufgelöst. Den Mitarbeitern ist laut Polizei der Zugang zum Betriebsgelände möglich. Die Aktivisten zogen anschließend Richtung Holländischer Platz und von dort weiter Richtung Innenstadt.

Rheinmetall entwaffnen Demo Wolfhager Straße
Mehrere 100 Aktivisten zogen am Freitagmorgen über die Wolfhager Straße. © Florian Hagemann

+++ Mehr als 300 Personen aus ganz Deutschland haben noch bis Sonntag ein antimilitaristisches Camp in der Goetheanlage im Vorderen Westen angemeldet. Am heutigen Vormittag soll es Aktionen im Bereich Wiener Straße/Josef-Fischer-Straße geben. Für Samstag ist um 14 Uhr eine Demonstration angemeldet.

Kassel: Antimilitaristisches Bündnis wirbt mit Aufklebern im documenta-Design

+++ Die Aktivisten machen mit allerhand Plakaten, Bannern, verschiedenen Flyern und Stickern auf sich und ihre Veranstaltungen aufmerksam. Darunter sind auch Aufkleber, die aussehen, als seien sie von der documenta fifteen hergestellt worden. Die documenta-Leitung scheint die Aneignung ihres Designs auf den Werbemitteln des Bündnisses gelassen zu sehen

Kassel: Protestcamp-Standort sorgt bei Anwohnern für Unmut

+++ Bis 4. September lädt das Bündnis „Rheinmetall entwaffnen“ unter dem Motto „Kassel entwaffnen ist (k)eine Kunst“ zu Aktionstagen gegen Krieg, Aufrüstung und Abschottung ein. Dafür haben sie ein temporäre Camp in der Goetheanlage eingerichtet. Unter anderem wegen des Lärms sorgt das für Unmut bei den Anwohnern.

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