Junge Mutter benötigt kleine Wohnung für sich und ihr Kind

Nach Bericht über Ex-Prostituierte: Viele wollen Anna und ihrem Baby helfen

Unterstützung: Sozialarbeiterin Gabi Kubik von Sicht-Bar mit dem Säugling von Anna, einer Ex-Prostituierten in Kassel. Archivfoto: Hein

Kassel. Eine Welle an Hilfsbereitschaft unserer Leser hat der Artikel „Milieuausstieg mit Baby“ ausgelöst. Wir hatten von einer Prostituierten berichtet, die von einem Freier schwanger geworden war und aus diesem Grund aus dem Rotlichtmilieu ausgestiegen ist.

Mit ihrem Baby lebt die Bulgarin heute verarmt in einem heruntergekommenen 15-Quadratmeter-Zimmer.

Sowohl in der HNA-Redaktion als auch bei Sozialarbeiterin Gabi Kubik von Sicht-Bar, der Beratungsstelle für Prostituierte des Vereins Frauen informieren Frauen (Fif), kamen viele Angebote zur Hilfe an.

Wir haben Annas Lebenssituation geschildert. Außerdem berichteten wir, dass ein großer Teil der Prostituierten, vorwiegend Roma-Frauen, für die Sozialarbeiterinnen aufgrund mangelnder Deutschkenntnisse nur schwer zu erreichen sei. Vor allem, so hatte Gabi Kubik erzählt, fehlten Übersetzerinnen für Rumänisch. Jetzt berichtet sie, dass sich nach dem Artikel gleich vier kompetente Muttersprachlerinnen bei ihr gemeldet und ihre ehrenamtliche Mitarbeit angeboten haben.

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Viele Angebote gab es auch für Anna: Von der Kinderwiege bis zum Kinderwagen möchten HNA-Leser Anna und ihrem Säugling gerne schenken. Sehr habe sie sich darüber gefreut, dass einige Frauen angeboten haben, Anna mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Eine Tagesmutter schlug vor: Wenn Anna mal einen Behördengang oder anderen Weg zu erledigen hat, könne sie ihre kleine Tochter bei ihr in Obhut geben. Eine pensionierte Lehrerin bot sich an, für Annas Kind eine Art Patin zu sein. „Das sind einfach einmalig schöne und solidarische Angebote, die Anna Kraft geben und sie darin unterstützen, das Rotlichtmilieu dauerhaft verlassen und in ein neues Leben starten zu können“, sagt Gabi Kubik.

Was Anna jetzt dringend benötige, sei eine kleine Wohnung mit Bad. „Das winzige Zimmer mit Waschbecken, in dem sie jetzt wohnt, ist für eine stillende Mutter mit Kind eine unmögliche Situation.“

Sicht-Bar (FiF), Westring 67, Tel. 05 61 / 8 90 06 01 (Mo 13-16 Uhr und Do 12-14 Uhr),www.fif-kassel.de

Von Christine Hein

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