Wahlbeteiligung wieder gesunken

Hochschulwahl: Grüne holen bei Studenten absolute Mehrheit

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Symbolbild zur Hochschulwahl: Die Kasseler Studenten haben mehrheitlich für die grüne Hochschulgruppe gestimmt.

Grüne Welle auf dem Kasseler Campus: Wie zuletzt bei der Europawahl gab es jetzt bei den Hochschulwahlen kräftige Stimmenzuwächse für grüne Politik.

Die Grüne Hochschulgruppe hat im Studierendenparlament (Stupa) mit 14 von 25 Sitzen künftig die absolute Mehrheit.

Damit sind die Grünen, die derzeit zusammen mit der Linken.SDS im Asta zusammenarbeiten, nicht mehr auf einen Koalitionspartner angewiesen. Dennoch setzen die Wahlsieger auf Zusammenarbeit und wollen in den kommenden Tag das Gespräch mit allen Hochschulgruppen suchen. „Klar hätten wir die Möglichkeit, alles alleine durchzuziehen“, sagt Sophie Eltzner vom Vorstand Grünen Hochschulgruppe, „aber für die Studierenden und die Stimmung im Stupa ist es schöner, wenn wir alle einbeziehen.“

Die Ergebnisse im Einzelnen:

  • Grüne Hochschulgruppe: 49,6 Prozent (+9,5 Prozent), 14 Sitze
  • Juso Hochschulgruppe: 19,3 Prozent (–9,2), 5 Sitze
  • Die Linke.SDS: 9,8 Prozent (+0,7), 2 Sitze
  • Unabhängige Linke Liste:
  • 8,6 Prozent (-3), 2 Sitze
  • Liberale Hochschulgruppe: 7,5 Prozent (-3,2), 2 Sitze
  • SoundSo: 3,2 Prozent (neu)
  • RCDS: 2,0 Prozent (neu)

Dass die Grünen stimmenmäßig zwar knapp unter 50 Prozent blieben, im Studierendenparlament aber eine absolute Mehrheit haben, liegt an dem geltenden Sitzzuteilungsverfahren. Statt dem geläufigeren Hare-Niemeyer-Verfahren wird im Stupa das D’Hondt-Verfahren angewendet, das große Parteien tendenziell bevorzugt.

Eine Initiative zur Umstellung auf Hare-Niemeyer war im Stupa in der zurückliegenden Legislaturperiode gescheitert. Die Grünen, die jetzt von der Beibehaltung des alten Verfahrens profitieren, hatten dabei übrigens für die Hare-Niemeyer-Berechnung gestimmt.

Tobias Marczycowski, Asta-Vorsitzender.

Bei aller Freude über das gute Abschneiden seiner Hochschulgruppe ist der grüne Asta-Vorsitzende Tobias Marczycowski vom Wahlergebnis auch enttäuscht. Denn die Wahlbeteiligung unter den Studierenden ist nach einem leichten Anstieg im vergangenen Jahr (14 Prozent) nun erneut gesunken. Sie lag bei lediglich 11,7 Prozent und befindet sich damit auf einem noch niedrigen Niveau als zuvor. In absoluten Zahlen heißt das: Von 23 501 wahlberechtigten Studierenden stimmten nur 2742 ab.

Von den drei Wahltagen in der vergangenen Woche sei der Mittwoch „ein absoluter Flop“ gewesen, berichtet Marczykowski. An dem Tag war es extrem heiß und auf dem Campus sei wenig los gewesen. „Es ist schade, wenn das ein ausschlaggebender Grund ist, um nicht wählen zu gehen“, findet der Asta-Chef.

Deutlich besser ist Wahlmoral bei den anderen Beschäftigtengruppen. Von den Professoren gingen 68,2 Prozent an die Urne. Unter den wissenschaftlichen Mitarbeitern lag die Wahlbeteiligung bei immerhin 35,7 Prozent, von den administrativ-technischen Mitarbeitern gingen 34,9 Prozent wählen.

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