Philipp-Scheidemann-Haus

Hunderte im Tauschfieber bei Kleiderbörse 

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Fans der Tauschbörse: Anne Quaas (links) und Hannah Braun freuten sich über das große Angebot.

Nordstadt. Tauschen statt kaufen: Die Kleiderbörse im Philipp-Scheidemann-Haus in der Nordstadt versetzte am Samstag Hunderte ins Tauschfieber.

Sie alle hatten abgelegte Kleidungsstücke mitgebracht und hielten Ausschau nach neuen Teilen. Die Idee hinter der Tauschrausch-Börse: Was dem einen nicht mehr passt oder gefällt, erfreut vielleicht einen anderen. Die von Schülern und Studenten organisierte Börse öffnete zum sechsten Mal ihre Pforten.

Auch Anne Quaas und Hannah Braun ließen sich die Gelegenheit nicht entgehen, abgelegte Klamotten gegen neue einzutauschen. Eine prima Idee, finden die beiden Abiturientinnen. „Meine Sachen hängen oft jahrelang im Schrank und landen dann im Müll“, sagte Hannah. Nun könne sie anderen vielleicht eine Freude damit machen. Tauschen sei auch ökologisch sinnvoll. Die 18-Jährige hatte drei Jacken und zwei Jeanshosen mitgebracht und hielt Ausschau nach einem Kleid, „so ein bisschen hippiemäßig“. Anne trennte sich von zwei Kleidern, die ihre Mutter für sie gekauft hatte, die ihr aber nicht gefielen, einer Markenjacke, die sie zu klein gekauft hatte, und einer Tasche.

Bis zu fünf Kleidungsstücke konnten gegen andere Teile oder gegen Essen und Getränke getauscht werden. Wen das Getümmel zwischen den Kleiderständern ermüdete, der konnte sich bei Kaffee, Kuchen und Obst erholen. Auch ganz ohne Geld.

Mit der Börse wollen die jungen Organisatoren ein Zeichen gegen den ungehemmten Konsum und die zum Teil schlimmen Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie setzen. So gab es zwei Vorträge mit dem Titel „Tödliche Textilfabriken“.

Das 20-köpfige Organisationsteam ändert sich ständig. Alisa Polvillo (18) gehört seit einem Jahr dazu. Sie freute sich über den Ansturm. „Es werden immer mehr.“ Finanzielle Unterstützung für die Raummiete habe es in der Vergangenheit von der Wellbeing Stiftung und dem Kinder- und Jugendbüro der Stadt Kassel gegeben, sagte sie. Was nach der Tauschbörse übrig bleibe, werde verschiedenen Organisationen gespendet. Sie selbst will nun für ein Jahr zum Freiwilligendienst nach Costa Rica oder Nicaragua gehen und dort Gutes tun. (els)

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