Sanierungsstau:

Uni ist Immobilien-Riese - 105 Gebäude gehören zur Hochschule

Alt neben Neu: Die roten Backsteingebäude auf dem Campus am Holländischen Platz sowie das Ingenieurwissenschaftengebäude (Ecke links unten) stammen aus den 1980er-Jahren. An ihnen stehen millionenschwere Sanierungsarbeiten an. Rechts an die Backsteinbauten angrenzend sieht man das neue Hörsaalzentrum und (noch weiter rechts) den Gebäuderiegel des neuen Studentenwohnheims. Foto: Shuhaiber

Kassel. 105 Gebäude mit insgesamt rund 280.000 Quadratmetern Fläche werden von der Uni Kassel genutzt. Sie gehören dem Land Hessen.

Für die Bewirtschaftung und Instandhaltung ist aber die Hochschule zuständig. Eine Aufgabe, bei der den Mitarbeitern der Bauabteilung nicht langweilig wird. Denn mit der Uni, die vor 44 Jahren gegründet wurde, kommen nach und nach auch viele Gebäude in die Jahre. Wie bei jedem Eigenheim steht irgendwann eine Sanierung ins Haus.

Um bei der Vielzahl von Gebäuden die Kosten nicht aus den Augen zu verlieren, die im Lauf der nächsten Jahre auf die Uni zukommen, hat die Bauabteilung alle Gebäude und die umliegenden Plätze unter die Lupe genommen. Vom kaputten Pflaster über abgenutzte Fußböden bis zu nicht mehr zeitgemäßem Brandschutz ist eine lange Liste zusammengekommen. Die geschätzten Kosten liegen bei insgesamt 84 Mio. Euro.

„Das müssen wir nicht alles morgen machen“, sagt Klaus Sausmikat, Leiter der Abteilung Bau, Technik und Liegenschaften. Dennoch gelte es, die Sanierungsaufgaben in den kommenden Jahren abzuarbeiten, damit die Gebäude auch künftig für Forschung und Lehre nutzbar sind. „Wenn man zu lange wartet, potenzieren sich die Probleme nur.“

Bis das Ende der Liste erreicht ist, wird es dennoch viele Jahre dauern. Denn die Kosten muss die Uni aus ihrem jährlichen Grundbudget (175 Mio. Euro ohne eingeworbene Forschungs-Drittmittel) stemmen. Dabei sind pro Jahr 3,7 Mio. Euro für die Bauunterhaltung vorgesehen. Hinzu kommen projektbezogene Mittel aus dem Haushalt, wenn etwa Gebäude aufwendiger umgebaut werden müssen.

Aber nicht nur, weil es das Budget sprengen würde, ist die Sanierung auf einen Schlag unrealistisch. Die Arbeiten müssen auch deshalb häppchenweise erfolgen, weil die Sanierung bei laufendem Betrieb passieren muss - was in der Regel zeitaufwendiger ist. „Aber wir können die Gebäude ja nicht einfach räumen“, sagt Sausmikat.

Trotz des Unterhaltungsaufwands: Auf ihrer Gebäudeliste wünscht sich die Uni noch weitere Posten. Vor allem der Neubau der Naturwissenschaften - Kern des bereits vor zehn Jahren erarbeiteten Baukonzepts für den Campus-Nord - ist der Hochschule wichtig. Von den 226 Mio. Euro, die das Land Hessen seit 2005 für Bauprojekte der Uni zur Verfügung gestellt hat, ließ sich das nicht mehr finanzieren. Die Uni ringt in Wiesbaden derzeit um einen weiteren Geldsegen aus der zweiten Auflage des Bauprogramms Heureka.

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