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Jägerstraße am Stern gleicht Dauer-Müllhalde

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Von: Katja Rudolph

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Sperrmüllhaufen an der Tagesordnung: An der Jägerstraße im Stern-Quartier werden regelmäßig alte Möbel, Hausmüll und Essensreste auf der Straße entsorgt. Im unteren Teil des Bildes ist unter anderem verwestes Fleisch zu sehen, an dem Tauben picken.
Müllhaufen an der Tagesordnung: An der Jägerstraße im Stern-Quartier werden regelmäßig alte Möbel, Hausmüll und Essensreste auf der Straße entsorgt. Im unteren Teil des Bildes ist unter anderem verwestes Fleisch zu sehen. © Andreas Fischer

Müllhaufen säumen regelmäßig die Jägerstraße am Stern. Viele Geschäftsanlieger klagen über das Problem, das zu einem schlechten Ruf des Quartiers beitrage.

Kassel – „Es ist eine Katastrophe“, sagt Nurallah Yurddas. Der Gastronom am Stern meint das Müllproblem im Umfeld. Insbesondere entlang der Jägerstraße und im Bereich des rückwärtig gelegenen Parkdecks türmen sich regelmäßig Sperrmüllberge, die häufig mit Hausmüll und Essensresten garniert sind. „Das wirft ein schlechtes Licht auf das ganze Quartier“, sagt Yurddas, der das Restaurant Saraykapi betreibt .

So sehen es auch viele Geschäftsanlieger an der Jägerstraße. In den vergangenen Jahren habe das Problem sich verschärft, sagt der Mitarbeiter eines dortigen Restaurants. Die Stadtreiniger machten zwar regelmäßig sauber, aber schon wenig später stehe neuer Müll da. „Die Menschen, die hier wohnen, sind das Problem“, sagt der 40-Jährige, der seit vielen Jahren im Quartier arbeitet. Womöglich hapere es auch am Wissen über die richtige Entsorgung.

Unrat und Dreck hätten längst auch Ratten angelockt. „Das ist alles nicht sehr appetitlich“, sagt der Gastronomie-Mitarbeiter. „Wenn ein Fremder hierher kommt und sieht den ganzen Müll, erwartet er von drinnen auch nichts Besseres“, befürchtet er. Zum Glück wisse die Stammkundschaft, dass das nicht zutreffe. Auch der Inhaber eines Friseurladens ärgert sich seit Jahren über die Dauervermüllung vor seiner Tür. „Zum Glück ist es gerade kälter, dann stinkt es wenigstens nicht so.“

Im Ortsbeirat Nord-Holland stand das Thema für die Sitzung am 16. Dezember eigentlich zum zweiten Mal auf der Tagesordnung. Die Sitzung fällt nun allerdings aus. Auf Antrag der Linken um Ortsvorsteher Ali Timtik hatte das Stadtteilgremium den Magistrat bereits im November aufgefordert, sich des Müllproblems am Stern anzunehmen. Gemeinsam mit den Stadtreinigern solle dabei vor allem auf Aufklärung gesetzt werden, schlägt der Ortsbeirat vor.

Dafür planen die Stadtteil-Politiker einen Aktionstag mit Geschäftsleuten und Anwohnern, bei dem gemeinsam sauber gemacht und informiert werden soll. Auch einen zentralen Sammelpunkt für Sperrmüll einzurichten sowie mehr Altpapiertonnen und Mülleimer im Quartier aufzustellen, könnte Verbesserung bringen, regt der Ortsbeirat an.

Gerüchteweise heiße es, so Timtik, dass zuletzt Papierkörbe entfernt worden seien, damit sie nicht als Drogenverstecke genutzt würden. Dem widersprechen die Kasseler Stadtreiniger auf Nachfrage der HNA. Während die Untere Königsstraße wie die Fußgängerzone in der City sechsmal pro Woche gereinigt wird, erfolge in der Jägerstraße zweimal wöchentlich eine Straßenreinigung, teilte eine Sprecherin mit. Würden die Kollegen dabei wilde Müllablagerungen feststellen, die sie nicht mitnehmen können, informierten sie die Müllbusters – eine Art schnelle Eingreiftruppe der Stadtreiniger. In der Jägerstraße seien die Müllbusters bereits mehrfach im Einsatz gewesen, so die Sprecherin.

Ein Vertreter der Stadtreiniger, der eigentlich am Donnerstag in den Ortsbeirat kommen wollte, hat pandemiebedingt abgesagt. Er habe aber Unterstützung für den Aktionstag zugesagt und vorgeschlagen, dass man mit Schildern auf das Verbot der Müllablagerung hinweisen könne, sagt Ortsvorsteher Ali Timtik. (Katja Rudolph)

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