Hochschule wappnet sich gegen Täter

Uni Kassel: Alle drei Tage ein Einbruch oder Diebstahl

Einbrecher auf dem Campus: Die Täter setzen mitunter darauf, dass die Unigebäude nachts verlassen sind. Inzwischen hat die Hochschule die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt. Archivgoto: dpa

Kassel. Die Uni Kassel lockt nicht nur kluge Köpfe an. Auch Einbrecher und Diebe zieht es auf den Campus.

Im Schnitt alle drei Tage geht bei der Polizei eine Anzeige wegen eines Eigentumsdelikts an der Uni ein. Im vergangenen Jahr wurden 101 Fälle registriert – vom Taschendiebstahl über den Fahhradklau bis zum Einbruch. Seit Beginn dieses Jahres gab es bereits über 70 Anzeigen.

Ein heroinabhängiger 40-Jähriger, der wegen mehrerer Diebstähle angeklagt war, hatte kürzlich vor Gericht gesagt: „Die ganze Kasseler Drogenszene nutzt die Uni wie ein Kaufhaus“. Der Mann hatte Laptops, Tablets, Handys und Beamer im Gesamtwert von 18 000 Euro aus mehreren Büros an der Uni gestohlen und wurde zu einer Haftstrafe verurteilt (wir berichteten).

Die Zahl der Einbrüche an der Uni habe seit vergangenem Sommer deutlich zugenommen, bestätigt Uni-Sprecher Sebastian Mense, ohne eine Zahl zu nennen. Eine daraufhin eingerichtete „AG Sicherheit“ habe inzwischen eine Reihe von Verbesserungsvorschlägen gemacht.

Seit Oktober wurde der Wachdienst verstärkt, der neben dem zentralen Campus am Holländischen Platz auch die anderen Uni-Standorte verstärkt kontrolliere. Seit vergangenem Winter würden zudem Hörsäle und Seminarräume erst kurz vor Beginn der Veranstaltung aufgeschlossen und danach wieder zugeschlossen. Vorher standen die Räume meist von morgens bis abends offen.

Weiterhin werden Fenster und Außentüren der Hochschulgebäude nach und nach einbruchssicher ausgerüstet und technische Geräte wie Beamer besser gegen Diebstahl gesichert, berichtet Mense. In Rundmails habe man zudem Studierende und Beschäftigte aufgefordert, ihr Eigentum zu sichern und aufmerksam zu sein. Offenbar zeigten die Vorkehrungen Wirkung, so der Uni-Sprecher: Seit März gingen die Einbruchszahlen spürbar zurück.

Auch mit Vandalismus auf dem Campus hat die Uni seit Längerem zu kämpfen. Zudem gibt es Probleme mit Drogensüchtigen, die sich auf den Toiletten am Holländischen Platz eine Spritze setzen. Wie berichtet, wurde dort kürzlich blaues Licht installiert, damit die Süchtigen ihre Venen nicht finden. An der Idee einer offenen Hochschule halte man weiterhin fest, betont der Sprecher. „Wir wollen die Uni nicht komplett verriegeln und einen Zaun drumherum ziehen.“ Dennoch sei eine erhöhte Wachsamkeit notwendig.

Die vergleichsweise hohen Fallzahlen seien auch schlicht der Größe der Uni geschuldet, sagt Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch. Die Hochschule verfügt über 105 Gebäude. Tagsüber, wenn sich viele tausend Menschen auf dem Campus tummelten, böten sich Dieben Gelegenheiten. Ein gefährliches Pflaster, sagt der Polizeisprecher, sei die Uni nicht.

 

Wer etwas Verdächtiges auf dem Campus bemerkt, wird gebeten, den Uni-Wachdienst unter 0561/804-22 22 oder die Polizei unter 110 zu rufen.

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