Uni Kassel: Endspurt vor Präsidentenwahl - Kandidaten stellen sich vor

Kassel. Zwei Wochen vor der Wahl des neuen Präsidenten der Universität Kassel haben die beiden Kandidaten sich an der Hochschule in Position gebracht.  

Am Mittwochabend stellten sich Prof. Reiner Finkeldey (Uni Göttingen) und Prof. Winfried Speitkamp (Uni Kassel) in der Zentralmensa dem Wahlgremium und mehreren Hundert Hochschulangehörigen vor.

Am 28. Januar wird der neue Präsident gewählt. Er tritt im Oktober die Nachfolge von Prof. Rolf-Dieter Postlep an, der 15 Jahre an der Spitze der Hochschule stand.

Ein öffentliches Duell, wie vor politischen Wahlen üblich, lieferten sich die Kandidaten nicht. Nacheinander präsentierten sie sich in einem Vortrag und stellten sich dann den Fragen des erweiterten Senats und des Publikums. Dabei waren es inhaltlich eher Nuancen, die die Kontrahenten unterschieden. Im Auftreten wirkte der Kasseler Wissenschaftler insgesamt etwas souveräner und gelöster.

Reiner Finkeldey

Der Forstwissenschaftler Finkeldey (52), seit zwei Jahren Vizepäsident der Uni Göttingen, berief sich auf seine „Erfahrung im Management einer komplexen Universität“, die er in Kassel einbringen könne. Zugleich machte er keinen Hehl daraus, dass er sich als möglicher Präsident in Kassel erst im Detail mit den hiesigen Gegebenheiten vertraut machen müsse.

Dementsprechend musste der Niedersachse auf spezielle Fragen - etwa zu Herausforderungen der hessischen Hochschulpolitik - oft im Ungefähren bleiben. Die Göttinger Hochschule ist eine Stiftungsuniversität und funktioniert teilweise nach anderen Regeln als staatliche Unis.

Beide Kandidaten stellten die Notwendigkeit heraus, die Universität Kassel noch stärker zu profilieren. Um Schwerpunkte herauszubilden, werde man Abstriche in anderen Bereichen machen müssen, sagten die Bewerber übereinstimmend, ohne zu benennen in welchen.

Winfried Speitkamp

„In Kassel wird exzellent wissenschaftlich gearbeitet, aber noch nicht so dicht und so sichtbar, wie ich es mir wünschen würde“, sagt Winfried Speitkamp (56), Geschichtsprofessor und Dekan des Fachbereichs Gesellschaftswissenschaften. Nur indem man herausragende Schwerpunkte ausbilde, könne die Uni überregional attraktiver werden. Welche Kassels zu fördernde Stärken sind, wolle er nicht im Alleingang, sondern gemeinsam ermitteln, sagte Speitkamp. Und stellte zugleich heraus, dass dies nur im inneruniversitären Wettbewerb gehe.

Das Potenzial der Universität seien die Menschen, die hier arbeiten und studieren, betonte Speitkamp. Dass er einen gewissen Heimvorteil bei diesen genießt, wurde in der Fragerunde deutlich: Viele Kollegen aus dem Wahlgremium duzten den Kasseler Professor.

Stichwort: Erweiterter Senat

Der Uni-Präsident wird vom erweiterten Senat in geheimer Wahl gewählt. Das Gremium besteht aus den 17 Mitgliedern des Senats und ihren Vertretern - insgesamt also 34 Personen. Die Zusammensetzung: 18 Professoren, 6 Studenten, 6 wissenschaftliche Mitarbeiter und 4 technische Mitarbeiter.

Von Katja Rudolph

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.