Vorfall in der Nordstadt

Schüsse in Kassel: Hochzeitsgast feuerte eine Waffe ab

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Eigentlich der schönste Tag im Leben: Auf einer Hochzeit in der Kasseler Nordstadt hatte ein Gast Schüsse abgefeuert und damit für einen Polizeieinsatz gesorgt.

Kassel. Ein Gast einer türkischen Hochzeit hat auf der Hoffmann-von-Fallersleben-Straße/Ecke Schillerstraße in Kassel mehrere Dutzende Schüsse abgefeuert.

Artikel aktualisiert um 17.15 Uhr - Mit der Aktion, die nach dem Waffengesetz unter Strafe steht, hatte der 24-Jährige für Aufsehen und große Verunsicherung bei Anwohnern gesorgt, teilt Polizeisprecher Matthias Mänz mit.

Die Polizei vor Ort konnte den Schützen ermitteln und stellte bei ihm eine Schreckschusswaffe sowie die passende Munition sicher. Der 24-Jährige, der keinen erforderlichen kleinen Waffenschein besitzt, muss sich nun wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz verantworten. 

Die Feiernden mussten zudem eine andere Örtlichkeit aufsuchen, zumal sie den rechten Fahrstreifen der Straße mit ihren Fahrzeugen blockierten.

Einsatz für Polizei nicht ungefährlich

Solche Einsätze seien für die Polizei nicht ungefährlich, so Mänz. Dass es sich um eine Schreckschusswaffe handelt, sei zu Beginn eines solchen Einsatzes für die Beamten in der Regel nicht bekannt. Zur Abwehr möglicher Gefahren für Leib und Leben von Unbeteiligten müssen sie jedoch schnell einschreiten und damit rechnen, auch mit scharfen Schusswaffen konfrontiert zu werden.

In diesem Gebiet passierte der Vorfall:

In diesem Fall ging der Einsatz für alle Beteiligten glücklicherweise glimpflich aus: Die Hochzeitsgäste verhielten sich von Beginn an vernünftig. Die Schusswaffe war beim Eintreffen der Beamten in dem Handschuhfach eines Autos verstaut worden und konnte dort sichergestellt werden.

Beamte des Reviers Mitte waren gegen 15.30 Uhr wegen der Schüsse alarmiert worden. Auf der Straße entdeckten sie insgesamt zwölf Fahrzeuge, die stadteinwärts auf dem rechten Fahrstreifen standen und offenkundig zu der Hochzeitsfeier gehörten. Zahlreiche leere Patronenhülsen hätten auf der Straße gelegen und zeugten davon, dass tatsächlich Schüsse abgefeuert worden waren.

Der mutmaßliche Schütze habe sich zunächst nicht zu erkennen gegeben. Als die Beamten die Identität der Anwesenden feststellten und mit Durchsuchungen begannen, offenbarte sich der in Kassel wohnende 24-Jährige der Polizei und sagte, dass die Waffe im Handschuhfach seines Autos liegt.

Das Video stammt nicht von hna.de, sondern von Pro Siebenund der Plattform Glomex.

Nach Angaben von Kamil Saygin, Vorsitzender des Kasseler Ausländerbeirats, ist es in manchen Regionen in der Türkei üblich, bei Hochzeiten Schüsse abzufeuern. "Wir versuchen den Menschen aber klarzumachen, dass das in Deutschland nicht erlaubt ist", so Saygin.

Kleiner Waffenschein für Schreckschusswaffen

Das Führen der Schreckschusswaffe in der Öffentlichkeit ohne behördliche Erlaubnis, in diesem Fall ein kleiner Waffenschein, stellt eine Straftat dar, die mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft werden kann. Das Schießen mit solchen Waffen außerhalb von Schießstätten ist ohnehin nach dem Waffengesetz grundsätzlich verboten und stellt eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit Geldbuße bis zu 10.000 Euro geahndet werden kann. Die weiteren Ermittlungen in diesem Fall dauern an. 

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