Brutalter Übergriff

Schläge und Tritte gegen den Kopf: Mann schlägt Ex-Freundin fast tot

Ein Mann würgt eine Frau (gestellte Szene).
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Ein Mann soll in Kassel seine Ex-Freundin fast tot geprügelt haben - dafür steht er nun vor Gericht. (Symbolbild)

Mit großer Brutalität, Faustschlägen und Fußtritten gegen den Kopf soll ein Mann seine Ex-Freundin fast totgeschlagen haben. Wegen versuchten Totschlags steht der Mann nun vor Gericht.

Kassel – Richter Volker Mütze gab am ersten Verhandlungstag einen rechtlichen Hinweis: Eine Verurteilung sei auch wegen versuchten Mordes möglich.

In ihrer Anklage schilderte Staatsanwältin Ceh folgenden Tatverlauf: Der 28-jährige Mann habe seit einigen Wochen eine Beziehung mit einer Frau aus Osteuropa gehabt, mit ihr auch in deren Wohnung an der Ysenburgstraße in Fuldatal zusammen gelebt.

Am 08.08.2019 soll der Angeklagte gegen 2.35 Uhr nachts vor einer Sport-Bar an der Moritzstraße in Kassel, in der die Frau arbeitete, auf sie gewartet haben, um sie abzuholen. Als die Frau auf die Straße trat und in ein Mini-Car einsteigen wollte, stieg auch der Angeklagte ins Auto ein. Die Frau wollte das jedoch nicht und stieg wieder aus.

Versuchter Totschlag in Kassel: Zwei Männer kamen der Frau zu Hilfe

Der Angeklagte sei eifersüchtig gewesen, weil sich die Frau freundlich zu den Besuchern der Sport-Bar verhalten habe, sagte die Staatsanwältin. Vor dem Taxi habe der Mann an der Handtasche der Frau gerissen. Als diese ihre Tasche festhielt, soll ihr der Mann zwei derart heftige Faustschläge ins Gesicht versetzt haben, dass die Frau bewusstlos zu Boden ging.

Anschließend soll der Mann der am Boden liegenden Frau weitere Faustschläge und mehrere heftige Tritte gegen den Kopf zugefügt haben. Erst zwei Männer, die aus der Bar kamen, konnten ihn zurückziehen und von weiteren Schlägen abhalten.

Der Angeklagte nahm die Handtasche der Frau mit 250 Euro und einem Handy an sich und floh vom Tatort. Er wurde knapp zwei Wochen später festgenommen und sitzt seitdem in der JVA I in Kassel in Untersuchungshaft.

Die Frau erlitt zahlreiche Frakturen im Kopf- und Gesichtsbereich, ein Schädelhirntrauma, Brüche von Kiefer und Nase und des Orbitalbodens - also einem Bruch des Augenhöhlenbodens zur Kieferhöhle hin.

Versuchter Totschlag: Mann habe den Tod seiner Ex-Freundin billigend in Kauf genommen

Der Angeklagte habe den Tod der Frau billigend in Kauf genommen, sagte die Staatsanwältin. Zum Vorwurf des versuchten Totschlags komme auch noch schwerer Raub hinzu. Die Strafkammer sieht möglicherweise sogar den Tatbestand des versuchten Mordes als erfüllt an.

Ob dies so kommt, soll an den fünf folgenden Verhandlungstagen geklärt werden. Der Prozess wird am kommenden Donnerstag, 12. November, um 9.30 Uhr im Saal D 130 fortgesetzt. (Thomas Stier)

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