Polizei schließt politischen Hintergrund nicht aus

Zwei Steinattacken in einer Nacht: Moschee und Parteibüro in Kassel beschädigt

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Scheibe provisorisch gesichert: In das Fenster der Stadtmoschee am Westring wurde am Sonntag ein Stein geworfen. In der derselben Nacht wurde das nahegelegene Parteibüro der Linken mit einem Steinwurf beschädigt. 

Nicht nur an der Moschee im Westring ist am Wochenende eine Scheibe durch einen Steinwurf zu Bruch gegangen. Auch am Parteibüro der Linken wurde eine Scheibe zerstört.

Ob beide Taten auf das Konto derselben Täter gehen, ist nach Angaben der Polizei noch unklar. Zum Hintergrund der Sachbeschädigungen lägen noch keine Hinweise vor, teilte Polizeisprecher Matthias Mänz mit. Ein politischer Hintergrund könne nicht ausgeschlossen werden. Daher ermittelt das für politisch motivierte Straftaten zuständige Zentralkommissariat 10 des Polizeipräsidiums Nordhessen.

Die Ermittler suchen auch nach Zeugen, die möglicherweise etwas Verdächtiges beobachtet haben und Hinweise auf den oder die Täter geben können. Zwischen den beiden Tatorten liegen nur einige hundert Meter. Den Schaden in den beiden Fällen beziffert die Polizei auf mehr als 1000 Euro.

Erst Parteibüro, dann Moschee beschädigt

Zunächst war der Kasseler Polizei am Sonntag die Beschädigung an einer Fensterscheibe des Parteibüros der Linken angezeigt worden. In der Zeit zwischen Samstag, 16 Uhr, und Sonntag, 8.30 Uhr, wurde ein Stein gegen das Fenster geworfen. Die Scheibe wurde dabei zwar nicht eingeschlagen, zersplitterte aber komplett.

An der Moschee am Westring, der Kasseler Stadtmoschee „Merkez Camii“ fiel der Schaden am Sonntagmittag auf. Kurz vor dem Mittagsgebet habe man das Loch in der Scheibe bemerkt, berichtet Seyfettin Eryörük auf Anfrage der HNA. Der mehr als faustgroße Stein, mit dem die Scheibe durchbrochen worden war, lag im Innern, so der Vorsitzende des Moscheevereins. Menschen hätten sich zum Zeitpunkt der Tat nicht in der Moschee aufgehalten.

Seyfettin Eryörük, Vorsitzender des  Moscheevereins

Der Steinwurf muss in den frühen Morgenstunden nach 5 Uhr passiert sein. Eryörük ist sicher, dass der oder die Täter gezielt eine Moschee attackiert haben.

Viermal sei die Stadtmoschee in den vergangenen vier Jahren mutwillig beschädigt worden, sagt der Vereinsvorsitzende. Vor zwei Jahren seien zuletzt Fenster eingeschlagen worden, auch Schmierereien an den Wänden habe es schon gegeben. „Uns tut das sehr weh“, sagt Seyfettin Eryörük. „Ich verstehe die Menschen nicht, die so etwas machen.“

Zum Glück habe sich eine Firma gemeldet, die bereit sei den Schaden an der Scheibe kostenlos zu beheben. 

Hinweise an die Polizei: Tel. 0561/9100

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