Wiedereröffnung nach Sanierung am 26. Mai

Nach Umbau: Edeka in der Nordstadt in Kassel mit historischem Chic

+
Supermarkt-Einkauf mit Markthallen-Flair: Eigentümerin Renate Westhoff, Architekt Benjamin Reibold (Mitte) und Marktleiter Marco Wenzel freuen sich über den gelungenen Umbau des Edeka-Markts in der Nordstadt in Kassel.

Der Umbau und die Sanierung des Edeka-Marktes in der Nordstadt in Kassel ist beendet. Nun werden die Regale befüllt. Wiedereröffnung ist Ende Mai.

Kassel – Wenn der Edeka-Markt von Marco Wenzel in der Nordstadt in Kassel nach mehr als einem Jahr Umbau am Dienstag, 26. Mai, am alten Standort wiedereröffnet, werden die Kunden ihn kaum wiedererkennen.

Statt in einem gewöhnlichen Supermarkt stehen sie nun in einer riesigen Markthalle mit lichtdurchflutetem Gewölbedach. Die lange verborgene Industriegeschichte des mehr als 100 Jahre alten Gebäudes ist bei der aufwendigen Sanierung freigelegt worden – und sorgt für ein Flair, das in der Supermarktlandschaft seinesgleichen sucht.

In der ehemaligen Fabrikhalle in der Kasseler Nordstadt wurden in den 1920er-Jahren Kühlschränke hergestellt. Später wurde eine Zwischendecke eingezogen. Da auch von außen nicht zu erahnen ist, dass auf dem vermeintlichen Flachbau ein lang gezogenes Kuppeldach sitzt, dürfte Architekt Benjamin Reibold (Ladleif Architekten) nicht daneben liegen, wenn er sich einen „Wow-Effekt“ der Marktbesucher verspricht.

Kassel: Umbau des Edeka-Marktes in der Nordstadt ein Erfolg

Eine Summe im mittleren einstelligen Millionenbereich hat Eigentümerin Renate Westhoff in die grundlegende Sanierung der Immobilie sowie den Neubau eines angrenzenden Wohnhauses in der Nordstadt gesteckt, das auf einer bisherigen Brachfläche an der Eisenschmiede entstanden ist. Auch der Neubau setzt mit einer Turmrundung samt Spitzhaube ein architektonisches Zeichen im Stadtteil.

Darin sind acht Wohnungen mit je drei Zimmern entstanden, die ab September an studentische WGs vermietet werden sollen. Im Erdgeschoss sind die Personal- und Büroräume des Supermarkts Edeka untergebracht.

Turm als Hingucker: Neben dem Edeka-Markt ist ein Neubau mit acht Wohnungen entstanden.

Als „Abschluss meines Lebenswerks“ bezeichnet Immobilien-Unternehmerin Westhoff das Projekt in Kassel. Nach anfänglicher Skepsis, ob sich eine derart hohe Investition lohnt, sei sie nun „restlos begeistert“, sagt die 80-Jährige. Nicht nur die Sanierung der Betonsäulen, auf denen das Dach lastet, war aufwendiger als zunächst gedacht. „Egal, was wir angepackt haben, es war alles morsch“, berichtet Architekt Reibold. So sei nun aus einem alten Gebäude ein neues geworden, jedoch ohne den historischen Charme zu opfern.

Die Zukunft der Nordstadt - Umbau des Edeka-Marktes in Kassel als Beispiel

So bestechen etwa Details wie die Kranbahnträger für die Transporte in der alten Fabrikhalle. Als Kontrast zur schlichten Industrieoptik wurden lediglich im unteren Bereich die Wände des Supermarkts leuchtend bunt gestaltet. Schon seit Ende April laufen die Einräumarbeiten, berichtet Marktleiter Wenzel. Rund 18.000 Produkte wollen rechtzeitig ihren Platz finden. Parallel läuft der Verkauf am Ausweichstandort in der ehemaligen Holzhalle bis zum Samstag vor der Wiedereröffnung weiter.

Mit einer dreimal so großen Frischetheke für Fleisch, Fisch und Geflügel wartet der neue alte Markt auf, sagt Wenzel. Rind und Schwein werden dabei mit Rücksicht auf die Bedürfnisse der muslimischen Kunden separat angeboten. Neu ist auch, dass unter dem Dach des Edeka, das künftig „Marktshopping Marco Wenzel“ heißt, die Bäckerei Amthor ihre Waren anbietet. Es ist die erste Filiale des Hofgeismarer Traditionsbetriebs in Kassel.

Im Innenhof, der zwischen Supermarkt und dem Neubau entstanden ist, werden Cafégäste auch bewirtet. Renate Westhoff, die ihr Büro seit 30 Jahren an der Fiedlerstraße hat, wird dort sicher auch den einen oder anderen Kaffee trinken. Mit ihrem Engagement wolle sie auch zeigen, dass die Nordstadt Zukunft hat, sagt die Unternehmerin: „Ich hoffe, dass das Beispiel Schule macht.“

Von Katja Rudolph

Die Edeka-Märkte in Kassel sind auch von der Corona-Krise betroffen

In Zeiten von Corona ist auch der Gang durch Supermärkte anders. Wir haben mal geschaut, wie es bei Edeka Aschoff in der Südstadt in Kassel läuft.

Auch das Edeka am Bebelplatz in Kassel ist von der Corona-Krise betroffen. Dort dürfe nur noch 20 Kunden gleichzeitig hinein. Der Grund: Hygienemaßnahmen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.