Gutachten eines Statikers liegt vor

Nun droht der Abriss: Denkmalgeschützten Haus könnte weiter einstürzen

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Kassel: Die Chancen für einen Erhalt des 150 Jahre alten Backsteinbaus an der Holländischen Straße 42 sind weiter gesunken.

In Kassel droht einem denkmalgeschützten Haus der Abriss, denn das Haus könnte weiter einstürzen.

Nord-Holland – Die Chancen für einen Erhalt des 150 Jahre alten Backsteinbaus an der Holländischen Straße 42 sind weiter gesunken. Mittlerweile liegt der Stadt ein Statikergutachten zu dem einsturzgefährdeten Haus vor, das die Eigentümer hatten erstellen lassen. 

Bevor sich die Stadt zum Ergebnis des Gutachtens äußere, wolle sie dieses zunächst fachlich prüfen, teilt ein Stadtsprecher auf HNA-Anfrage mit. Dies spricht dafür, dass der beauftragte Experte zu der Einschätzung gekommen ist, dass eine Sanierung unter wirtschaftlichen Bedingungen nicht zumutbar ist und es deshalb keine Alternative zum Abriss gebe.

Nach mehreren Deckeneinbrüchen im Inneren des Gebäudes war im Januar auch die Gebäudehülle beschädigt worden. Dadurch war die Statik nicht mehr gewährleistet.

Kassel: Chancen für Erhalt sinken - Noch kann weiterer Einsturz verhindert werden

Durch kurzfristige Sicherungsarbeiten, die von der Eigentümergemeinschaft auf Druck der Stadt ergriffen wurden, konnte der weitere Einsturz gestoppt werden. Ein Schutzgerüst sorgt zudem davor, dass Passanten nicht von herabfallenden Teilen getroffen werden.

Das Haus hat eine architekturhistorische Bedeutung. Es ist zwar kein Einzeldenkmal, aber Teil einer denkmalgeschützten Gesamtanlage. Es handelt sich um das älteste Gebäude eines gründerzeitlichen Wohnbauentwicklungsprojekts, das von der Engelbrechtschen Ziegelei ausging. Es wurde 1871 erbaut.

Das Gebäude, in dem sich im Untergeschoss zuletzt eine Kneipe befand, war bis vor etwa 20 Jahren bewohnt. Seitdem steht es leer und verwahrlost. Mehrfach waren Brandstifter am Werk, weil das Gebäude lange Zeit schlecht gesichert war.

Denkmalgeschützten Haus in Kassel hat historischen Wert - ist aber auch ein Sicherheitsrisiko

Ortsvorsteher Hannes Voltz hätte sich gewünscht, dass sich die Stadt früher für den Erhalt des Gebäudes einsetzt. Der Niedergang habe sich über Jahrzehnte abgezeichnet. Neben dem historischen Wert geht es Voltz auch um die Sicherungspflichten. „Die Bauaufsicht hat die Aufgabe, darüber zu wachen, dass Gebäude nicht plötzlich einstürzen. Da hätte etwas Schlimmes passieren können“, sagt Voltz. Um eine Klärung herbeizuführen, lade er Volker Mohr, den Leiter des Amtes für Stadtplanung, Bauaufsicht und Denkmalschutz, in den Ortsbeirat ein.

Die Stadt weist indes Versäumnisse zurück. Der Denkmalschutz beziehe sich bei dem Haus nur auf die Gebäudehülle und nicht auf das Innere. Die Eigentümer seien mehrfach aufgefordert worden, Fenster und Türen zu verschließen. Dies sei jeweils zeitnah geschehen. Die Schäden im Inneren seien von außen nicht sichtbar gewesen. Zudem habe der Denkmalschutz keine Möglichkeiten, in dem Bereich Instandhaltungen durchzusetzen.

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