Eröffnung am 1. August

Erste Tiertafel in Kassel öffnet: Wau-Mau-Insel hilft Tieren in Not

Vier Hunde befinden sich im Tierheim Wau-Mau-Insel in Kassel im Zwinger.
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Im Tierheim Wau-Mau-Insel werden immer wieder Tiere abgegeben, weil ihre Halter in eine finanzielle Schieflage geraten sind. Durch die Tiertafel soll sich die Situation verbessern.

Auf dem Gelände des Tierheims Wau-Mau-Insel eröffnet am 1. August die erste Tiertafel in Kassel. Sie unterstützt Bedürftige dabei, ihre Haustiere mit Futter und Zubehör zu versorgen.

Kassel - Wer in eine finanzielle Schieflage gerät, wagt mitunter den Weg zur Tafel und wird dort mit den wichtigsten Lebensmitteln versorgt. Doch Tafeln unterstützen nicht nur bedürftige Menschen, als Tiertafeln kümmern sie sich auch um das Wohl von Haustieren, wenn beim Tierhalter Futter und Pflegemittel knapp werden – und weil das in Kassel immer häufiger vorkommt, gibt es dort jetzt die erste Tafel für Tiere.

Am 1. August öffnet die Tiertafel in der Wau-Mau-Insel zum ersten Mal ihre Pforten. Dann verteilt Karsten Plücker, Leiter des Tierheims Wau-Mau-Insel, gemeinsam mit mehreren Ehrenamtlichen zwischen 11 und 13 Uhr kostenlos Futterrationen für die tierischen Begleiter der Tierhalter. „Als Tierheim bekommen wir tagtäglich nicht nur das Leid der Tiere, sondern auch das der Menschen mit. Beides ist eng miteinander verknüpft“, sagt Plücker.

Tiertafel Kassel: Jedem Haustier wird auf dem Gelände des Tierheims Wau-Mau-Insel geholfen

Weil die Versorgung von Haustieren regelmäßig Kosten verursacht und deshalb schnell zum finanziellen Problem werden kann – insbesondere dann, wenn sowieso nur wenig Geld zur Verfügung steht – hat Plücker sich entschieden, zukünftig bedürftige Menschen und ihre Tiere mit der Einrichtung einer Tiertafel zu unterstützen. Egal, ob Hund, Katze, Wellensittich oder Schildkröte – für jedes Tier steht passende Hilfe bereit.

Den Entschluss, in Kassel eine Tiertafel einzurichten, hat Plücker schon vor einigen Jahren gefasst. Damals fehlten ihm jedoch noch die passenden Räumlichkeiten. Mit dem Neubau des neuen Hundehauses am Tierheim in der Wau-Mau-Insel wird sein Wunsch nach einer Unterstützung für bedürftige Tierhalter nun endlich wahr: Die Hunde ziehen in das Hauptgebäude, die Tafel entsteht in den freigewordenen Räumlichkeiten.

Tiertafel Kassel: Angebot richtet sich an Menschen mit geringem Einkommen und bereits Haustier besitzen

Selbstverständlich kann nicht jeder Hund- oder Katzenbesitzer mit seinem Tier bei der Tafel vorbeikommen und das Angebot in Anspruch nehmen. „Die Tierhalter müssen beim ersten Besuch nachweisen, dass sie bedürftig sind und ein Tier besitzen.“, sagt Plücker. Das Angebot richte sich an Menschen mit geringem Einkommen, die bereits mit einem Haustier zusammenleben. „Wer meint, sich nun fünf Kätzchen anzuschaffen und bei uns vorbeizukommen, ist falsch“, sagt der Tierheimleiter.

Aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie müssen auch bei der Tiertafel Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden, in den Räumen gilt die Maskenpflicht. Plücker glaubt, dass langfristig rund 200 Leute die Tiertafel nutzen werden. „Ich wäre natürlich froh, wenn es das Angebot nicht bräuchte, aber Tieren helfe ich gerne“, sagt er.

Neben der Futter- und Zubehörausgabe plant Plücker schon mit einem Hundefrisör. Auch tierärztliche Untersuchungen sollen bald möglich sein. Damit den Tieren auch weiterhin geholfen werden kann, ist die Tafel auf Spenden angewiesen. „Jeder kann unterstützen“, sagt Plücker. (Pascal Spindler)

An diesen Terminen hat die Tiertafel geöffnet

Wer das Angebot der Tiertafel für sein Haustier in Anspruch nehmen möchte, kann im August an folgenden Tagen bei der Tiertafel in der Wau-Mau-Insel, Schenkebier Stanne 20, vorbeikommen: Am 1. August zwischen 11 und 13 Uhr, am 5. August zwischen 16 und 18 Uhr, am 15. August zwischen 11 und 13 Uhr, am 19. August zwischen 16 und 18 Uhr und am 29. August zwischen 11 und 13 Uhr. Die Bedürftigkeit des Tierhalters wird überprüft, dazu können Hartz-IV-, Renten- oder Einkommensbescheide vorgelegt werden. Zudem muss nachgewiesen werden, dass man in Besitz eines Tieres ist – mitbringen muss man das Tier nicht. Wer helfen möchte, kann Futter oder Zubehör, wie beispielsweise Hundeleinen, spenden. Die Spenden können werktags im Tierheim abgegeben werden.

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