Neue Nutzer für Flächen gesucht 

Nach Auszug der Post: Was wird aus dem Gebäude am Holländischen Platz?

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Nur noch Fitness-Fans und Postabholer: Am Gebäude Untere Königsstraße 95 hat die Besucherfrequenz stark nachgelassen.

Kassel. Tagsüber ist es still geworden rund um das frühere Postgebäude an der Unteren Königsstraße 95. Schon länger steht es teilweise leer. Nun sucht die Eigentümerfirma verstärkt neue Nutzungskonzepte.

Seit Postbank und Post vor zweieinhalb Wochen in die Fußgängerzone umgezogen sind, kommen nur noch vereinzelt Menschen zu dem mächtigen Gebäude, um dort Sendungen aus der Packstation und den Postfächern abzuholen. Die meisten Passanten eilen vorbei und der Uni entgegen. Doch was soll nun eigentlich passieren mit der riesigen Liegenschaft, die schon lange in Teilen leersteht? Wir haben nachgefragt.

Auf acht Geschossen verfügt der Gebäudekomplex aus den 1970er-Jahren über 22 000 Quadratmeter Büroetagen, Lager- und Gewerbeflächen – das entspricht gut drei länderspielkonformen Fußballfeldern. Laut der Eigentümerfirma Deutsche Real Estate AG sind derzeit noch keine Mietnachfolger in Sicht für die Fläche, die die Postbank freigemacht hat sowie für die große Erdgeschosshalle im rückwärtigen Bereich, die im vergangenen Jahr von der documenta 14 bespielt worden war. Sehe man von diesen beiden Flächen ab, so seien „gut zwei Drittel“ der übrigen Flächen im Haus vermietet, sagte eine Sprecherin.

Straßenverkehrsbehörde

Größter Mieter im Haus ist die hessische Straßen- und Verkehrsbehörde Hessen Mobil. Sie nutzt laut Regionalsprecher Horst Sinemus etwa 7000 Quadratmeter Bürofläche, die sich teils auf Zwischengeschossen über alle sieben Etagen verteile.

Fitness-Studio

Seit fünf Jahren betreibt weiterhin die Kette McFit im ersten Stockwerk auf gut 2200 Quadratmetern ein Fitness-Studio. Es wird meist von Studierenden der nahen Uni frequentiert, die noch für etwas Publikumsverkehr vor dem Gebäude sorgen.

Diakoniezentrum

Ein weiterer Mieter ist das Diakoniezentrum Hephata mit Sitz in Schwalmstadt, das im Haus ein Regionalbüro der Jugendhilfe betreibt.

Reste der Post

Und vollständig ausgezogen ist auch die Deutsche Post AG nicht. In dem Gebäude betreibt sie nach wie vor einen Zustellstützpunkt für ihre Briefzusteller in der Innenstadt, eine an der Häuserfront frei zugängliche DHL-Packstation sowie die Postfach-Anlage. Das Problem, dass deren Zugangstür seit dem Auszug der Postler teilweise während der regulären Öffnungszeiten schon verschlossen ist, scheint immer noch nicht abschließend gelöst zu sein, wie der Kasseler Arzt Detlev Kann berichtete.

Der Mediziner kam am vergangenen Samstag nicht an sein Postfach heran – zweieinhalb Stunden vor der ausgehängten Schließzeit um 18 Uhr. „Dies ist ein inaktzeptabler Zustand, zudem jetzt die Nutzung auch noch Gebühren kostet“, schrieb Kann an die Post AG, die nach einem HNA-Bericht bereits Tage zuvor Abhilfe zugesagt hatte.

Die Gebäudeeigentümerin Deutsche Real Estate plant nach Angaben der Sprecherin, die Liegenschaft „weiter zu entwickeln“. Es gebe Gespräche mit diversen Mietinteressenten, aber fest stehe noch nichts. Mit der breiten Schaufensterfront zur Straße hin, die durch den Postbank-Auszug frei geworden ist, ergeben sich nun vielleicht bessere Möglichkeiten, das Gebäude nachhaltiger zu beleben. Eine weitere, 545 Quadratmeter große Ladenfläche direkt neben den früheren Posträumen steht schon lange Zeit leer.

www.drestate-services.de

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