documenta-Eröffnungsparty am 9. Juni

Kasseler Club „Unten“ startet in der Wolfhager Straße neu durch

Im Wandel: Auch vor der ehemaligen Tofufabrik an der Wolfhager Straße gibt es viel zu tun.

Kassel. Die Arbeiten in der ehemaligen Kato-Tofufabrik an der Wolfhager Straße laufen auf Hochtouren. Anfang Juni wird dort der Club „Unten“ wiedereröffnet werden.

Seine neue Rolle passt perfekt. Als Andreas Störmer durch die ehemalige Tofufabrik läuft, merkt man es dem „Baustellen-Manager“, wie er sich selbst nennt, gar nicht an, dass er eigentlich DJ, Musik-Produzent und Club-Betreiber ist. Zur Perfektion fehlt nur noch ein signalgelber Bauarbeiter-Helm. Aber an sich ist das, was Störmer und sein Geschäftspartner Mathias Jakob auf die Beine stellen wollen, schon Signal genug.

Etwas mehr als ein Jahr nach der unfreiwilligen Schließung soll ihr Club Unten – bekannt für Techno-Partys und Konzerte – im Schillerviertel ein Revival feiern und außerdem auch Ausstellungsort der documenta 14 werden.

Im Juni 2016 musste der Club im Kulturbahnhof schließen. Die Bahn hatte ihnen das Mietverhältnis gekündigt.

Wann genau die Neueröffnung ist, ist noch nicht bekannt. Momentan wird in der Wolfhager Straße 39a nämlich noch fleißig gehämmert, gebohrt und gebaggert. „Das macht mir wirklich Spaß. Ich lerne viel und merke, dass ich ein bisschen blauäugig an die Sache herangegangen bin. Wie viele Anträge man für den Umbau stellen muss, war mir nicht bewusst“, gibt der 44-Jährige zu. Aufgeben gilt aber nicht. Schließlich freuen sich die Kasseler auf das Projekt, für das per Crowdfunding über 22 000 Euro gesammelt worden sind.

Im Wandel: Auch vor der ehemaligen Tofufabrik an der Wolfhager Straße gibt es viel zu tun.

Die hat Störmer noch nicht auf dem Konto, sorgt aber mit Eigenkapital dafür, dass sein Traum von einem Komplex aus Club, Tonstudio, Musikschule und Büroräumen immer mehr zur Wirklichkeit wird. Dass der neue Standort mehr oder minder mitten auf dem Straßenstrich liegt, stört ihn nicht. „Wir hoffen, dass sich hier all das ansiedelt, was mit Musik zu tun hat und daraus eine Kreativwerkstatt wird. Ich denke, dass dieses Projekt auch das Umfeld und die damit verbundene Kriminalitätsoptik ein bisschen entschärfen kann.“ Passende Orte sind in Kassel offensichtlich rar geworden. Nach dem nervenaufreibenden Gezerre rund um die Kündigung durch die Bahn und gescheiterte Rettungsversuche im vergangenen Jahr dauerte es lange, bis den Verantwortlichen die Tofufabrik ins Auge fiel. 

„Der Inhaber ist von unserem Konzept überzeugt, wir haben uns auf einen Fünf-Jahres-Vertrag geeinigt. Es soll ja etwas Nachhaltiges werden“, führt Störmer aus, der beim Rundgang durch das neue Domizil ins Schwärmen kommt. „Es ist wirklich super. Würde ich eine illegale Party machen wollen, wäre morgen schon was los.“ Trotzdem: Momentan sieht’s noch ein bisschen wild aus. Baustellen-Manager Störmer kriegt das aber sicher noch hin.

Auch wenn der genaue Eröffnungstermin noch nicht feststeht, auf der Facebook-Seite des Clubs sind schon einige Veranstaltungen für die kommenden Wochen zu finden. Unter anderem die documenta-Eröffungsparty am Freitag, 9. Juni, bei der auch Schauspieler Lars Eidinger als DJ auflegen wird. 

Hier finden Sie den Club Unten auf Facebook.

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