Verstärkter Wohnungsbau im Quartier

Nordstadt entwickelt sich durch Universität rasant

+
Umbau im nächsten Jahr: Die Moritzstraße, die durch das Uni-Gelände führt, soll 2016 umgebaut werden. Geplant ist, die Straße so zu gestalten, dass sie wie ein Platz anmutet. Dafür wird die Straße auf eine Ebene mit den angrenzenden Flächen gebracht, die Bordsteine verschwinden. Die Autos haben aber weiter freie Fahrt. Auf unserem Bild sind links der neue Mensa-Anbau und im Hintergrund das neue Studentenwohnheim zu sehen.

Wir begleiten Stadtbaurat Christof Nolda auf Rundgängen, um über Bauprojekte zu sprechen. Die zweite Tour der neuen HNA-Serie führte durch die Nordstadt.

Die Nordstadt gehört zu den Stadtteilen, in denen in jüngster Zeit die größten Umbrüche stattgefunden haben. Maßgeblich dafür ist die Entwicklung der Universität Kassel. Deren Wachstum schlägt sich auch in einem verstärkten Wohnungsbau im Stadtteil nieder, der einst fast nur durch die Industrie geprägt war. Aber auch neben dem Bau von Wohnraum ist einiges in Nord-Holland in Bewegung geraten – anderes liegt weiter brach. In einer Übersicht zeigen wir, welche Projekte aktuell und in der nächsten Zeit anstehen und an welchen Stellen Handlungsbedarf besteht.

Umbau Moritzstraße: Die Moritzstraße zwischen dem alten Campus und dem neu entstehenden Campus Nord wird 2016 umgebaut. „Die Straße wird aufgepflastert“, sagt Stadtbaurat Nolda. Er meint damit, dass die Moritzstraße auf die Höhe der angrenzenden Flächen des Campus gebracht werden soll. Auf diese Weise werde eine Platzsituation entstehen. Die Autos werden aber weiterhin über den dann neuen Platz fahren können. Auch die Kreuzung Moritzstraße/ Gottschalkstraße und die Brücke über die Ahna (an der Mensa) werden in dem Zuge saniert.

Wohnungsneubau: Im Umfeld der Uni entstehen derzeit viele Wohngebäude. Dazu zählen etwa ein großes Wohnhaus an der Gießbergstraße und ein Wohngebäude für Studenten an der Sickingenstraße. Beide Häuser sind im Bau. Weiterer Wohnraum für Studenten entsteht demnächst etwa an der Gottschalkstraße (neben Café Hurricane). Dort soll ein flaches Gebäude einem Neubau weichen.

Unterstadtbahnhof: Die ehemaligen Bahnflächen sind bereits entwidmet. Die Stadt hat dort die Weichen für ein neues Gewerbegebiet gestellt. Die Grundstücke werden von Privateigentümern vermarket. Die Stadt schaffe aber die Straße für die Erschließung inklusive eines Wendehammer, so Nolda.

Holländische Straße:Im Zuge des Umbaus der Gleise im Bereich der Holländischen Straße hatte die Stadt auch die Pflanzung von 70 zusätzlichen Bäumen auf den Weg gebracht. Damit wird der Baumbestand an der Holländischen Straße zwischen Holländischem Platz und Schenkebier Stanne langfristig verdoppelt.

Problemzonen: In der Nordstadt gibt es nach wie vor Häuser- und Grundstücksbestand, der aus Sicht des Stadtbaurats eine Entwicklung nötig hätte. Dazu zählen etwa das leerstehende Haus an der Holländischen Straße 42, das bereits mehrfach von Brandstiftern angezündet wurde. Nach Aufforderung der Stadt wurde es inzwischen vom Eigentümer so gesichert, dass ein Zugang nur noch schwer möglich ist. „Wir können den Eigentümer nicht zu einer Nutzung zwingen“, sagt Nolda. Er muss sein Eigentum aber sichern. Auch an der Ecke Westring/ Holländische Straße gibt es brach liegende Grundstücke. Auch zu diesen Flächen liegen der Stadt keine Anträge der Eigentümer zu Bauvorhaben oder Ähnlichem vor.

Uni-Bau an Mombachstraße: Nicht nur auf dem Campus Nord entstehen Neubauten für die Uni. Auf der momentan als Parkplatz genutzten Fläche an der Mombachstraße/ Ecke Holländische Straße soll ein Institutsgebäude der Uni entstehen, so Nolda. Das Grundstück gehört der Stadt. Die dann wegfallenden Parkplätze ließen sich etwa durch jene in der oft nicht genutzten Tiefgarage des Phillip-Scheidemann-Hauses kompensieren. Weil der Parkraum benötigt werde, sei auf jeden Fall eine Alternative erforderlich.

Holländischer Platz: Der immer mal wieder diskutierte Umbau des Holländischen Platzes inklusive der Verlegung der Haltestellen auf die Seite der Uni ist auf unbestimmte Zeit verschoben. „Der Holländische Platz ist baulich noch in einem relativ guten Zustand“, sagt Nolda. Priorität hätten Vorhaben wie die Instandsetzung des Platzes der Deutschen Einheit. Grundsätzlich halte er es aber für sinnvoll, die Haltestellen am Holländischen Platz von der Unteren Königsstraße in die Holländische Straße zu verlegen. Dies erspare Tausenden Studenten den Weg über die Kreuzung. Die Unterführung bleibe aber bei einem Umbau erhalten.

Hauptpost: Die Hauptpost in der Unteren Königsstraße ist ein Gebäude, für das in Zukunft neue Verwendungen gesucht werden müssen, sagt Nolda. Teilweise sei es bereits durch ein Fitnesscenter und die Landesbehörde Hessen Mobil belegt. Mit dem Bau des neuen Postverteilzentrums in Waldau habe der große Bau seine ursprüngliche Funktion teilweise verloren.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.