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Kein Verkauf der Villa Rühl: Uni will Altbauten an Mönchebergstraße selbst nutzen

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Von: Bastian Ludwig

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Wollten die Villen kaufen: Dagmar Fuhr (v. li.), Detlef Schader, Ralf Gentsch, Vait Wolfer, Karl-Heinz Simon und Jann Helmuth. © Foto: Ludwig

Nord-Holland. Ein neues Zentrum für Kassels freie Kulturszene: Diese Vision schwebt einer neuen Initiative vor, die an der Mönchebergstraße 40-42 ein Haus für Politik und Kultur aufbauen will.

Die ehemalige Villa Rühl und das benachbarte frühere Kino, die vor Kurzem von linken Aktivisten besetzt worden waren, gehören dem Land Hessen und werden von der Uni Kassel verwaltet. Die Universität lehnt das Kaufangebot ab. Sie hat selbst ein Interesse, die beiden Gebäude zu nutzen.

Die um 1870 errichteten Gebäude an der Mönchebergstraße waren der Universität vom früheren Eigentümer, dem Automaten- und Süßwarenhändler Otto Horst Rühl, vermacht worden. Weil das Haus Mönchebergstraße 42 nicht nur die Kinos „Urania“ und später „Scala“ beherbergte, sondern auch eine chemische Reinigung, musste es zunächst aufgrund der Schadstoffbelastung saniert werden.

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Hinter Bäumen verborgen: Neben der Villa Rühl steht das alte Kino, das zeitweise auch als Reinigung genutzt wurde. Fotos: Ludwig

Die Initiative „Platz da: HPK“ (Haus für Politik und Kultur) hätte die Gebäude gerne in genossenschaftlicher Trägerschaft übernommen, um dort kleine und gemeinnützige Kulturprojekte zu realisieren. Gerade im Kasseler Osten gebe es einen Bedarf der freien Kulturszene, sagte Jann Helmuth von der Initiative. Viele Zentren, wie die Kulturfabrik Salzmann und das „Haus“ an der Mombachstraße, seien in den vergangenen Jahren geschlossen worden. Einen konkreten Kaufpreis hatte die Initiative in ihren Anfragen an das Land und die Uni Kassel noch nicht genannt. Mit den Hausbesetzern habe die zehnköpfige Initiative aber nichts zu tun.

„Wir haben diese Interessensbekundung zur Kenntnis genommen, verweisen aber auf unseren eigenen hohen Raumbedarf, der das Ergebnis des starken Wachstums der letzten Jahre ist“, sagt Uni-Sprecher Sebastian Mense. Die Hochschule wolle diese beiden Gebäude in absehbarer Zeit für Büros von Einrichtungen und Fachgebieten nutzen. Derzeit würden Untersuchungen zu Statik und Baugrund durchgeführt.

„Bis zum Frühjahr sollen Entwürfe fertig sein. Wir gehen davon aus, dass wir dann in Abstimmung mit dem Denkmalschutz zügig mit einem Umbau beginnen können“, sagt Mense.

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