Viele Verwüstungen in Schrebergärten

Polizei: Brand in Kleingartenanlage Struthbach wurde gelegt

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Gartenidyll in Schutt und Asche: Angelika Fiegand vom Vorstand des Kleingartenvereins Struthbach und Peter Riechmann von der Sparkassen-Versicherung begutachten den Schaden an der Laube.

Nord-Holland. Das Feuer in der Kleingartenanlage Struthbach in der Nordstadt geht auf das Konto von Brandstiftern. Das haben Ermittler der Kasseler Kripo am Dienstag bei der Untersuchung des Tatorts herausgefunden. Wie berichtet, war am frühen Sonntag eine Gartenlaube in Flammen aufgegangen.

Einen technischer Defekt als Brandursache haben die Experten ausgeschlossen. Vermutlich sei das Feuer um kurz vor 5 Uhr von außen gelegt worden.

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Es war der dritte Laubenbrand innerhalb einer Woche im Stadtgebiet. Anhaltspunkte für einen Zusammenhang zwischen den Taten gebe es aber nicht, sagte Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch. Vor dem Fall in der Nordstadt waren bereits Gartenlauben in der Anlage Fackelteich (Bettenhausen) und in den Schrebergärten Am Feldlager (Jungfernkopf) niedergebrannt. Viele Kleingärtner sind dennoch verunsichert. In der Anlage des Kleingartenvereins Struthbach an der Wiener Straße hatten in der Brandnacht Randalierer in drei weiteren Hütten Verwüstungen angerichtet, berichtet Angelika Fiegand vom Vereinsvorstand. Bereits in der Woche zuvor habe es eine Einbruchserie gegeben, bei der Unbekannte in insgesamt zwölf Gartenhäuschen ihrer Zerstörungswut freien Lauf ließen.

Trauriger Höhepunkt ist nun der Brand vom Sonntag, bei dem eine der 57 Gartenhütten auf dem Gelände komplett zerstört wurde. Viele Kleingärtner stehen betroffen vor den verkohlten Überresten des Gebäudes. Der 64-jährige Besitzer wirkt auf den ersten Blick gefasst. Aber je länger er von seiner schönen Laube spricht, die die nun in Schutt und Asche liegt, desto mehr ringt er um Fassung. Erst im Sommer hatte er die Hütte, wie jedes Jahr, frisch gestrichen. Seit 24 Jahren bewirtschaftet der gebürtige Jugoslawe das Gärtchen in der Nordstadt. Im Sommer hat er noch Kirschen, Äpfel, Quitten und Zucchini geerntet, zuletzt waren die Kürbisse reif. „Ich habe mich hier immer sehr wohl gefühlt“, sagt der Vellmarer, und ihm steigen Tränen in die Augen.

Er will die zerstörte Hütte auf jeden Fall wieder aufbauen, sagt der Rentner. Allerdings sei das Häuschen unterversichert gewesen, wie er jetzt wisse. Der Brandschaden wird auf 15.000 bis 20.000 Euro geschätzt. Die Versicherung lief aber nur auf einen Bruchteil der Summe.

Fotos: Feuer in Schrebergarten

Feuer in Schrebergarten am Struthbachweg

Direkt neben der Hütte steht das Gartenhäuschen von Margarete Limmer und ihrer Tochter. Die 89-Jährige, für die der Schrebergarten seit 38 Jahren ein zweites Zuhause ist, ist einerseits froh, dass ihre Laube noch steht. Doch das nur wenige Meter entfernte Feuer hat Spuren hinterlassen: Die Dachrinne hat der Hitze nachgegeben, mehrere Glasbausteine in der Wand sind geplatzt, Ziegel verkohlt. „Das tut mir richtig weh“, sagt die Seniorin mit zitternder Stimme. Sie kann nicht verstehen, warum Menschen grundlos solche Zerstörung anrichten.

Die Polizei bittet Zeugen um Hinweise: Tel. 0561/91 00.

Von Katja Rudolph

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