Nach Messerangriff in Kassel: Tatverdächtiger muss in U-Haft

Kassel. Einen Großeinsatz der Polizei hat es am Samstag am Stern in Kassel gegeben. Grund war eine Messerattacke. Ein Tatverdächtiger stellte sich. Was bisher bekannt ist.
Aktualisiert am 21. Mai 2017 um 18.08 Uhr - Aus einer Pressemitteilung der Polizei geht hervor, dass sich am Samstagabend ein 27-jähriger Mann stellte. "Aufgrund von Ermittlungen und des aufgebauten Fahndungsdruckes der Polizei" habe sich der Mann um 23.25 Uhr der Polizei offenbart. Polizeibeamte nahmen den Mann, über den es bislang keine weiteren Informationen gibt, fest. Das Opfer schwebt nach wie vor in Lebensgefahr.
Er wurde am frühen Sonntagnachmittag einer Haftrichterin vorgeführt. Nach einer langen Verhandlung wurde am Abend bekanntgegeben, dass der Tatverdächtige in U-Haft muss.
Laut Polizei kam es am Sonntagmittag erneut zur Körperverletzung. Gegen 12.15 Uhr gab es eine Schlägerei im Café Firat in der Jägerstraße. Die Polizei rückte mit mindestens vier Einsatzwagen an, die Straße wurde gesperrt. Laut Augenzeugen flogen Stühle durch das Lokal. Wer die Beteiligten der Schlägerei waren und wie diese Gewalttat mit der Messerstecherei vom Samstag in Verbindung steht, ist bislang noch nicht geklärt.
Messerattacke am Stern: So lief die Tat ab
Nach Angaben der Polizei wurde ein 38-Jähriger von einem Angreifer an der Jägerstraße mit einem Messer lebensgefährlich am Hals verletzt. Der Mann aus Kassel brach wenige Meter vom Angriffsort entfernt vor dem Café Firat zusammen. Nach Angaben der Polizei musste er notoperiert werden.
Gegen 15.20 Uhr gingen bei der Polizei zahlreiche Anrufe ein, die eine Auseinandersetzung in einem Hinterhof an der Jägerstraße meldeten. Den Einsatzkräften wurde zudem von Schüssen berichtet. Nach ersten Ermittlungen kam aber offenbar keine scharfe Waffe zum Einsatz. Die Schüsse wurden vermutlich mit einer Schreckschusspistole abgefeuert.
Nach HNA-Informationen vermutet die Polizei, dass die Tat im Zusammenhang mit Bandenkriminalität stehen könnte. Die genauen Hintergründe der Messerattacke waren allerdings auch am Sonntag noch unklar.
Noch nicht bekannt ist ebenfalls, wie viele Personen insgesamt an der Auseinandersetzung beteiligt waren. Zeugen hatten mehr als eine Person gesehen, die vom Tatort geflüchtet waren. Auch, ob der Verletzte allein oder in Begleitung unterwegs war, als er angegriffen wurde, ist noch nicht bekannt.
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Die Polizei geht nach ersten Ermittlungen am Abend davon aus, dass das 38-jährige Opfer nur von einem Mann mit dem Messer lebensgefährlich verletzt wurde. Aufgrund von konkreten Zeugenaussagen zum Aufenthaltsort des mutmaßlichen Täters, durchsuchten die Einsatzkräfte ein Haus in der Nähe des Tatortes an der Unteren Königsstraße.
Tatort am Stern in Kassel
Der Bereich um den Tatort rund um die Haltestelle Am Stern und die Jägerstraße wurden wegen des Großeinsatzes für eine Stunde weiträumig abgesperrt.
Es kam zu massiven Behinderungen im Tram- und Busverkehr in der Stadt. Die Linien 10, 12, 52 und 100 wurden über den Altmarkt umgeleitet. Die Sperrung wurde gegen 16.40 Uhr aufgehoben.
Die weiteren Ermittlungen haben am Samstagnachmittag die Beamten des für Kapitaldelikte zuständigen Kommissariats 11 der Kasseler Kripo übernommen.
Es ist nicht das erste Mal, dass es eine blutige Auseinandersetzung in der Nähe des Sterns in Kassel gegeben hat. Im November 2015 wurde ein Mann bei einem Streit durch einen Schuss schwer verletzt. Der Täter wurde im vergangen Jahr zu drei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt.
Hinweise: An die Polizei unter Telefon 0561/9100.
Der Bereich rund um die Haltestelle Am Stern wurde weiträumig gesperrt:
Hier brach das Opfer zusammen:
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