Bis Ende 2018 soll der Bau fertig sein

Millionenschwere Sanierung: Kulturzentrum Schlachthof ist ab sofort Großbaustelle

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Alles muss raus: Alia Kurtaran und Berthold Schneider, Hausmeister im Kulturzentrum Schlachthof, sind noch mit dem Transport der letzten Kisten beschäftigt.

Nord-Holland. Statt Livemusik hat Baulärm im Schlachthof Einzug gehalten: Das Kulturzentrum in der Nordstadt wird ab sofort saniert. Voraussichtlich bis Ende 2018 wird der Backsteinbau zur Großbaustelle.

Das über 100 Jahre alte Gebäude wird für insgesamt 3,8 Millionen Euro instand gesetzt und erhält einen Anbau. Das Geld stellt zum Großteil der Bund zur Verfügung, 380 000 Euro steuert die Stadt Kassel bei.

Die meisten Bereiche des Kulturzentrums, das nicht nur Konzert- und Veranstaltungsort, sondern auch Bildungseinrichtung, Jugendzentrum und Beratungsstelle ist, sind bereits ausgezogen. An verschiedenen nahe gelegenen Standorten werden die Angebote während des Umbaus fortgeführt (siehe unten). Während im alten Schlachthof noch die letzten Kisten gepackt werden, haben bereits die ersten Handwerker mit Abbrucharbeiten begonnen.

Im bisherigen Veranstaltungssaal wird die alte Lüftung entfernt, aus den Sanitäranlagen werden Kloschüsseln herausgerissen, alte Leitungen werden freigelegt und entfernt. In einigen Tagen sollen bereits Bagger anrücken, um im Bereich des ehemaligen Biergartens eine Baugrube auszuheben. Dort entsteht ein Anbau für einen neuen Veranstaltungssaal, der bis zu 300 Besuchern Platz bieten soll – doppelt so vielen wie bisher. Im bisherigen Veranstaltungsraum wird der Kneipenbereich einziehen.

Abbrucharbeiten: Thorsten Dinter von der Firma Helük baut mit seinem Kollegen die Brandschutzklappe der Lüftungsanlage aus.

Eine weitere Änderung, von der das Schlachthof-Publikum profitieren wird, ist die Erneuerung der Sanitäranlagen, die künftig im Untergeschoss zu finden sein werden. Zudem werden in beiden Gebäudeteilen Fahrstühle eingebaut, damit alle Bereiche des Kulturzentrums barrierefrei zu erreichen sind.

Weniger ins Auge fallen werden die energetische Sanierung der beiden unter Denkmalschutz stehenden Gebäude sowie die Erneuerung der Elektrik. Der bisherige Charakter des Schlachthofs, mit seinem eher rauen Charme, soll durch die Sanierung nicht verloren gehen, betont Geschäftsführerin Christine Knüppel: „Es wird nicht nur glatte Wände und Hochglanz geben.“

Ein Standbein behält der Schlachthof noch auf dem Gelände an der Mombachstraße: Der Biergarten „Boreal“, der auf der Wiese an der Ecke Fiedlerstraße neu eingerichtet wurde, ist noch über die documenta hinaus geöffnet, so lange das Wetter mitspielt. Auch in dem dort errichteten Interims-Bau, der von dem Kasseler Büro foundation 5+ geplant wurde, finden Veranstaltungen statt, so lange es die Temperaturen erlauben. Während der provisorische Kultursaal Ende 2018 nach Abschluss der Sanierung wieder abgebaut wird, bleibt der Biergarten samt der kioskartigen Bar auch in Zukunft erhalten. 

Neue Telefonnummer 

Ab sofort ist der Schlachthof unter einer neuen Nummer erreichbar: Tel. 0561/22 07 12-0 Die Zentrale ist zu den gleichen Zeiten erreichbar wie bisher: Mo. bis Do. 9 bis 15 Uhr, Fr. 9 bis 13 Uhr. Die Durchwahl-Nummern der einzelnen Bereiche und Mitarbeiter sind auf der Homepage www.schlachthof-kassel.de aufgelistet. Dort findet man auch einen Plan der verschiedenen  Ersatz-Standorte. 

Die Ersatz-Standorte

• Die Zentrale des Kulturzentrums befindet sich nun im Philipp-Scheidemann-Haus, Holländische Str. 72. Dort finden auch die Sprachkurse statt. 

• Ins „Jobforum“ an der Sickingenstr. 7-9 sind das Interkulturelle Fallmanagement sowie die berufsbezogene Sprachförderung (ESF-BAMF-Kurse) umgezogen.
• Die Jugendarbeit findet im „27 Nord“, Bunsenstraße 27, in Kooperation mit dem Boxcamp des IB statt.
• Wolfhager Str. 10: Verwaltung und Leitung des Schlachthofs, Schuldenberatung.
• Westring 73: Migrationsberatung
• Gottschalkstr. 61: Betreuungsverein
• Gottschalkstr. 38: Kinderbetreuung. 

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