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Müllproblem in Kasseler Nordstadt: Wer ist dafür verantwortlich?

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Von: Maik Dessauer

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Überquellender Abfalleimer
Kein seltenes Bild in der Friedrich-Wöhler-Siedlung: Ein überquellender Abfalleimer. © Dessauer

Kassel. Warum liegt in Nord-Holland mehr Müll als in Bad Wilhelmshöhe auf der Straße? Etwa, weil die Stadtreiniger oder das Umwelt- und Gartenamt hier nicht richtig oder regelmäßig sauber machen?

Wohl kaum. Die Gründe sind vielfältig. In der für Wohngebiete vorgesehenen Frequenz leeren die Stadtreiniger auch in der Nordstadt die Papierkörbe alle 14 Tage.

Trotzdem ärgern sich Anwohner, wie in der Friedrich-Wöhler-Siedlung, über überquellende Mülltonnen und ringsherum verstreuten Abfall. Unter ihnen ist auch Tobias Frey, der seit zwei Jahren in der Wöhler-Siedlung lebt.

Anwohner
Anwohner in der Friedrich-Wöhler-Siedlung: Tobias Frey © Dessauer

„Eigentlich finde ich die Gegend hier hinten sehr hübsch, vor allem die Grünflächen“, sagt der 27-Jährige. Doch das Müllproblem mindere die Lebensqualität im Viertel.

Gibt es also zu wenig Abfalleimer, um den Bedarf zu decken? Das ist für die Stadtreiniger schwierig zu beurteilen, da eine Überlastung auch mit einer zu geringen Ausstattung an Mülltonnen für die Privathaushalte zusammenhängen könnte. Sind diese häufiger voll, als sie geleert werden, wandert eine Menge Hausmüll in öffentliche Abfalleimer. Einen Mehrbedarf an Mülltonnen müssten aber die Eigentümer der Häuser anmelden.

Liegt in Nord-Holland vielleicht mehr Müll als anderswo, weil der Stadtteil sozial als vergleichsweise schwach gilt? Das schließt zumindest Ortsbeirat Hannes Volz nicht aus. Doch er hält diese bloße Feststellung für unzureichend.

Hannes Volz
Ortsbeirat Nord-Holland: Hannes Volz © Rudolph

„Wir haben in Nord-Holland eine recht hohe Fluktuation, ähnlich wie im Wesertor“, sagt Volz. „Die Leute wohnen hier nur kurz und ziehen dann weiter – ein dauerhaft sauberer Stadtteil ist aber nur durch eine gewachsene Nachbarschaft möglich, die sich für die Sauberkeit verantwortlich fühlt.“

Volz glaubt auch, dass die Aufklärung über Müllentsorgung bei vielen Menschen im Viertel mangelhaft sei. „Viele wissen gar nicht, wo sie ihren Sondermüll loswerden können und was das kostet, dann stellen sie ihn eben irgendwo ab.“

Die Stadtreiniger hätten bisher sehr kooperativ auf Anregungen aus dem Ortsbeirat reagiert und vermehrt Papierkörbe aufgestellt. Doch Volz glaubt, dass sich durch mehr Information und verstärkte Öffentlichkeitsarbeit neuralgische Punkte für Müllansammlungen, wie etwa der Parkplatz am Nordstadtstadion und an der Quellhofstraße, Ecke Eisenschmiede, an denen sich vor allem illegal abgeladener Sperrmüll ansammelt, vermeiden ließen.

Sperrmüll
Am Nordstadtstadion: Hier sammelt sich regelmäßig über Wochen illegal Sperrmüll an. © Dessauer

Hintergrund: Hier gehört der Müll hin

Informationen zur Müllentsorgung gibt es unter anderem im Servicebüro-Mitte der Stadtreiniger, Neue Fahrt 2. Die Öffnungszeiten sind Montag und Dienstag von 9 bis 17 Uhr (Mittagspause von 14 bis 14.30 Uhr). 

Sperrmüll und viele andere Wertstoffe können zu einem großen Teil kostenlos bei den Recyclinghöfen in dere Königinhofstraße 79 und in der Dittershäuser Straße 40 abgegeben werden. Die Öffnungszeiten sind Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 8.30 bis 17 Uhr, Mittwoch von 8.30 bis 18 Uhr und Samstag von 8.30 bis 12.30 Uhr. 

Starke Vermüllungen können den Stadtreinigern gemeldet werden, Tel.: 0561/50 03 222. Die Stadtreiniger beschäftigen für Einsätze außerhalb des normalen Leerungsrhythmus die „Müllbusters“, also die Mülljäger, die im Notfall starke Verschmutzungen im Stadtgebiet auf Abruf bereinigen. Die Müllbusters sind ämterübergreifend im Einsatz – entsorgen also auch Müll auf Spielplätzen, für den eigentlich das Umwelt- und Gartenamt zuständig ist.

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