Mutter spricht kaum Deutsch - Schwester half beim Übersetzen

Münchner Feuerwehr rettet Baby in Kassel - per Telefon

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Akokoe Aziadekey mit Söhnchen Guido: Der Kleine hat seinen Atemaussetzer glücklicherweise gut überstanden.

Kassel. Weil ihr Baby nicht mehr atmete, wandte sich eine Mutter aus Kassel in ihrer Not an ihre Schwester in München. Diese alarmierte die Münchner Feuerwehr - die den kleinen Jungen rettete.

Aktualisiert: 15.45 Uhr - 385 Kilometer Luftlinie liegen zwischen der Leitstelle der Berufsfeuerwehr im Münchner Westend und dem Wohnhaus der Frau im Kasseler Stadtteil Nord-Holland. Dort erlitt vor wenigen Tagen ein etwa zwei Monate alter Säugling eine schwere Atemkrise. Die aus Togo stammende Mutter des zwei Monate alten Jungen wusste sich in ihrer Not nicht anders zu helfen, als ihre Schwester in München anzurufen.

Sie verständigte die Polizei in München: Kayissal F..

Diese wiederum verständigte sofort über den Notruf die Integrierte Leitstelle der Berufsfeuerwehr. Nachdem alle erforderlichen Informationen ermittelt und die zuständige Leitstelle in Kassel informiert wurde, galt nun die Aufmerksamkeit des Münchner Leitstellenmitarbeiters der Situation in der Kasseler Wohnung. Er hielt über den Festnetzanschluss den Kontakt zur Schwester. Diese wiederum stellte ihr Mobiltelefon auf Lautsprecherbetrieb und fungierte so als Übermittlerin und Übersetzerin der Anweisungen für die Erste Hilfe.

Baby Guido

Die Mutter aus Kassel verfügt über nahezu keine Deutschkenntnisse. Über den Lautsprecher des Mobiltelefons konnte die Münchner Leitstelle am eigenen Telefon das Geschehen in Kassel verfolgen. Der zuständige Mitarbeiter gab den Hinweis, den Säugling mit dem Bauch und Kopf nach unten auf den Unterarm der Mutter zu legen. Anschließend wies er über die Schwester die Mutter an, mit vorsichtigem Klopfen der anderen Hand dem Kind zwischen die Schulterblätter zu schlagen. Nach Angaben der Schwester hatte sich der Säugling wohl an der Milch verschluckt, die er kurz zuvor aus der Flasche bekommen hatte. Zunächst war von einem Fremdkörper in der Luftröhre des Babys ausgegangen worden.

Während der Feuerwehrmitarbeiter seit dem Beginn der telefonischen Anweisungen nur die Schwester und die Kasseler Mutter mit aufgeregten Stimmen hören konnte, zeigten die Maßnahmen nach kurzer Zeit Erfolg: Plötzlich konnte er auch das Schreien des Kindes hören.

Der Telefonkontakt nach Kassel wurde über die Münchner Schwester solange aufrecht erhalten, bis der Rettungsdienst in der Wohnung eintraf. Der Säugling wurde zur stationären Behandlung in eine Kinderklinik gebracht. Nach zwei Tagen konnte das Kind wohlbehalten wieder entlassen werden. (mm/tz)

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