Anwohner: Haus ist ein Schandfleck

Nach Brand: Sicherung für Gebäude an Holländischer Straße gefordert

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Nicht der erste Feuerwehreinsatz an dem Haus: In dem leer stehenden Gebäude an der Holländischen Straße 42 wurde am Mittwoch zum dritten Mal ein Brand gelegt.

Nord-Holland. Das seit zehn Jahren leer stehende Wohnhaus an der Holländischen Straße 42 ist nicht nur ein Schandfleck. Es ist inzwischen auch eine Gefahr. Nachdem am Mittwoch wie berichtet zum dritten Mal in diesem Jahr ein Feuer in dem Gebäude gelegt wurde, machen sich die Nachbarn sorgen.

Bisher konnte die Feuerwehr jedes Mal ein Übergreifen der Flammen auf die angrenzenden Häuser verhindern, aber der Ärger wächst. Der Ortsbeirat hatte die Stadt aufgefordert, dafür zu sorgen, dass der Eigentümer die denkmalgeschützte Ruine besser sichert.

Die Fenster und Türen waren zwar auch vor der Brandstiftung teilweise vernagelt, dies stellte aber kaum ein Hindernis dar. Auch von der Rückseite des Gebäudes war ein Zugang möglich.

Ratten und Müll

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Matthias Tunnemann, einer der Eigentümer des Nachbargebäudes, fordert endlich eine Lösung: „Das leer stehende Haus ist seit Jahren ein Ärgernis. Da laufen Ratten herum und Müll weht durch den Hinterhof. Wir haben auch viele Familien als Mieter.“ Bei den beiden ersten Bränden im Januar sei kein Schaden an seinem Haus entstanden, das bis 2007 ebenfalls leer stand und dann umfassend saniert wurde. Nach dem aktuellen Brand stehe eine genauere Schadensbegutachtung noch aus.

Tunnemann hat wegen der Probleme Kontakt mit dem Verwalter der maroden Immobilie, eine Firma aus Lohfelden, aufgenommen. Diese habe ihm zugesichert, sich nun umgehend um die Sicherung des Hauses zu kümmern. Die HNA hatte den Verwalter gestern nicht erreicht. Eigentümer soll eine Gesellschaft aus Frankfurt sein.

Im Februar hatte auch der Ortsbeirat Nord-Holland die Stadt aufgefordert, dafür zu sorgen, dass das Haus abgesichert wird. „In dem Bereich wohnen viele Menschen. Da muss etwas geschehen“, sagt Ortsvorsteherin Monika Sprafke. Nachdem das Nachbarhaus so gut hergerichtet worden sei, habe der Ortsbeirat die Hoffnung gehabt, dass auch dieses Gebäude saniert wird, sagt Sprafke. Wegen seiner Lage in Uni-Nähe sei es für Wohnraum interessant.

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Auf Anfrage bei der Stadt hieß es, dass die Bauaufsicht vom Eigentümer bereits gefordert habe, das Gebäude zu sichern. Ein Baustatiker habe festgestellt, dass derzeit zumindest keine Einsturzgefahr bestehe. „Solange keine Gefährdung für die öffentliche Sicherheit und Ordnung von dem Gebäude ausgeht, kommen weitergehende Maßnahmen, wie eine Ersatzvornahme, nicht infrage“, teilt ein Stadtsprecher mit.

Der mutmaßliche Brandstifter, ein 50 bis 60 Jahre alter Mann, der laut Zeugenaussagen die Brandstelle, kurz bevor das Feuer entdeckt wurde, mit einem Fahrrad verlassen hatte, wurde noch nicht gefunden.

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