Das sind die Gründe für den Verzicht

Nach Verzicht auf Kandidatur: Petra Friedrich macht den Weg frei

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Abgang mit Applaus: Stadtverordnetenvorsteherin Petra Friedrich hat beim SPD-Parteitag gerade erklärt, dass sie nicht als Sozialdezernentin kandidieren wird. Viele Genossen klatschten im Stehen.

Kassel. „Ich wünsche Dirk Stochla und Ilona Friedrich viel Erfolg.“ So beendete Petra Friedrich, die wohl Kassels Stadtverordnetenvorsteherin bleibt, ihre bemerkenswerte Rede

Ob sie ihre derzeitige Funktion behält stand beim Parteitag der SPD im Scheidemannhaus indirekt ebenfalls zur Debatte. Petra Friedrich hätte ihr Ding durchziehen können, hätte sich gegen die Personalentscheidung des künftigen Oberbürgermeisters Christian Geselle, des Unterbezirksvorsitzenden Uwe Frankenberger und des Fraktionsvorsitzenden Dr. Günther Schnell auflehnen und als Sozialdezernentin kandidieren können. Sie hat es dann doch nicht gemacht – und das hatte Gründe.

Dirk Stochla

Aus der Sicht von Petra Friedrich ist sie bei der Nominierung als Sozialdezernentin übergangen worden, obwohl sie ihr Interesse bekundet habe und als Regionalmanagerin beim Landeswohlfahrtsverband auch über die nötige Qualifikation verfüge. Mit der Version von Christian Geselle lässt sich das nicht vereinbaren. Der sagt, dass er bereits seit einem dreiviertel Jahr auf die Namensvetterin Ilona Friedrich setze und das auch deutlich zum Ausdruck gebracht habe.

Deutliche Kritik

Dass es beim Parteitag nicht zur offenen Konfrontation kam, lag wohl auch an Gesprächen im Vorfeld und an einer Erklärung, die dem (Noch-) Parteivorsitzenden Uwe Frankenberg nicht leicht gefallen sein dürfte. Die war allgemein an die Mitglieder, insbesondere an Petra Friedrich und auch an Kritiker auf dem Parteitag gerichtet. Da hatte zum Beispiel das einfache Mitglied Harald Kühlborn, von Beruf Sprecher des Landkreises Kassel, deutliche Worte gefunden. Frankenberger habe qualifizierten Kasseler Genossen die Fähigkeit abgesprochen, für einen Posten im hauptamtlichen Magistrat zu kandidieren. Das sei ein Affront und befördere Vorurteile gegenüber ehrenamtlich tätigen Kommunalpolitikern.

Ilona Friedrich

Diesen Eindruck habe er nie erwecken wollen, sagte Uwe Frankenberger. Gemeinsam müsse man jetzt daran arbeiten, die Kommunikation in der Partei zu verbessern. Dazu gehört nach Einschätzung von Kritikern auch, dass das schwache Kommunalwahlergebnis der SPD intensiver als bisher diskutiert wird. Den Blick nach vorn richtete der gewählte neue Oberbürgermeister Christian Geselle, der sein Amt im Juli antreten wird. „Ich will auch in Zukunft mit Petra Friedrich als Stadtverordnetenvorsteherin zusammen arbeiten“, sagte er.

Mit Ilona Friedrich (55) und Dirk Stochla (44) habe man zwei sehr qualifizierte Bewerber für den Magistrat. Geselle stellte angesichts äußerst knapper Mehrheitsverhältnisse auch klar: „Wir machen Vorschläge, mehr nicht.“ Auch anderen Kandidaten stehe es frei, sich zu bewerben.

Am Montag geht es um Nolda

Zur ersten Bewährungsprobe für die Koalition aus SPD, Grünen und Liberaler Liste  kommt es bereits heute in der Stadtverordnetenversammlung. Dann geht es darum, Baurat Christof Nolda (Grüne) für eine Wiederwahl vorzuschlagen.

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