Stadt bestätigt Ungeziefer-Befall

Kakerlaken im Scheidemann-Haus: Schaben werden von außen eingeschleppt

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Hier traten die Schädlinge auf: Die Räume des Philipp-Scheidemann-Hauses an der Holländischen Straße in der Kasseler Nordstadt. Unter anderem hat die Volkshochschule hier Räume angemietet.

Sie vermehren sich rasant und können Krankheiten übertragen: Im Philipp-Scheidemann-Haus an der Holländischen Straße gab es jetzt einen Kakerlaken-Befall.

Unter anderem waren die angemieteten Räume der Volkshochschule betroffen. Das bestätigt Landkreissprecher Harald Kühlborn. Deshalb hätten in der vergangenen Woche in einem Fall andere Räume genutzt werden müssen. Die Tiere seien nach der Schließzeit über die Feiertage vermehrt aufgetreten.

Auch die Stadt Kassel bestätigt das Auftreten der Schädlinge. Bereits im Oktober 2018 seien einzelne Exemplare der Deutschen Schabe gesichtet worden, die man aber erfolgreich bekämpft habe, heißt es. In der vergangenen Woche seien dann erneut in dem von der Stadt Kassel angemieteten Gebäudeteil des Philipp-Scheidemann-Hauses einzelne Schädlinge aufgetreten. Teile der Immobilie gehören der Stadt, andere Bereiche einem privaten Investor.

Die Stadt habe einen professionellen Schädlingsbekämpfer beauftragt, der umgehend die notwendigen Maßnahmen zur erfolgreichen Bekämpfung ergriffen habe. Anhaltspunkte für einen massenhaften schweren Schädlingsbefall lägen aber nicht vor, sagt ein Sprecher der Stadt Kassel. Generell würden beim Auftreten von Schädlingen in oder an städtischen Gebäuden sofort geprüfte und anerkannte Fachfirmen zur Bekämpfung beauftragt.

Auch Christine Knüppel, Geschäftsführerin des Kulturzentrums Schlachthof, das Räume in dem Gebäude angemietet habt, bestätigt, dass noch immer einzelne Köder im Gebäude aufgestellt worden sein, um einem erneuten Auftreten von Kakerlaken vorzubeugen.

Seit November habe sie aber keine der Insekten mehr gesehen und auch da seien die Schaben in den Räumen des Schlachthofes nur sehr vereinzelt aufgetreten. Eben weil ein Ungeziefer-Befall ein besonders sensibles Thema sei, habe man vorsorglich weitere Maßnahmen getroffen, damit es nicht zu einem erneuten Befall käme.

Dass Kakerlaken Immobilien meist nicht wegen mangelnder Hygiene befallen würden, sondern die Schädlinge meist von außen in die Räume getragen werden, bestätigt auch Mike Adler, Mitarbeiter der Firma Rentokil, die in Kassel Schädlingsbekämpfungen vornimmt, allerdings im Scheidemann-Haus nicht tätig war.

Auch wenn nur wenige Tiere zu sehen sind, sei es meist schwierig abzuschätzen, wie viele Tiere tatsächlich vorhanden sind, sagt Adler. Dazu würden Klebefallen mit Duftstoffen ausgelegt – sogenannte Detektoren. Anschließend werden Kakerlaken meist mit Fraßfallen bekämpft. Kakerlaken bleiben in Gebäuden meist unentdeckt, weil sie sich tagsüber versteckt halten und nachts aktiv werden.

Erst im Herbst hatten Kakerlaken im Kreis Kassel für Schlagzeilen gesorgt: In der Grundschule Espenau waren Schädlinge gefunden worden. Später stellte sich heraus, dass die Schaben aus Wohnhäusern stammten.

Kakerlaken in der Wohnung

Kakerlaken, auch Küchenschaben genannt, sind Schädlinge, die vor allem in warmen Ländern weit verbreitet sind. Sie dringen dort oft in Küchen und Keller ein und ernähren sich von Essensresten. Kakerlaken können Keime und Parasiten, wie Salmonellen,Wurmerkrankungen, Magen-Darm-Grippe, Polio, Hepatitis, Tuberkulose und andere Krankheiten übertragen. 

Kakerlaken erkennen

Die Deutsche Schabe ist in der Regel rötlich braun (Bernstein) und besitzt zwei dunkle Längsstreifen am Kopf. Bei starkem Befall kann der muffige Geruch auch von Menschen wahrgenommen werden. 

Kakerlaken töten

Was tun, wenn die Wohnung von Kakerlaken befallen ist? Es gibt eine Reihe einfacher Hausmittel, mit denen man den Schädlingen zu Leibe rücken kann. Hilfreich ist beispielsweise ein Gemisch aus Zucker und Natron: Die Schaben werden vom Zucker angelockt, essen ihn und werden durch das Natron abgetötet. Auch das Haushaltsmittel Borax zeigt große Wirkung. 

Hier finden Sie die ganze Liste der Tipps gegen Kakerlaken

Im vergangenen Jahr hatte es in einer Grundschule in Espenau einen Kakerlaken-Befall gegeben. Die Schule musste während der Bekämpfung geschlossen werden. Auch dort waren die Insekten von außen in die Schule eingeschleppt worden.

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