Suche auch nach Autofahrern, die die Tat beobachtet haben könnten

Polizei sucht Täter: Video zeigt Anschlag auf Moschee in Kasseler Nordstadt

Kassel. Nach dem Brandanschlag auf die Moschee in der Bunsenstraße in der Kasseler Nordstadt sucht die Polizei jetzt mit Aufzeichnungen aus einer Überwachungskamera nach den vier Tatverdächtigen.

(Hinweis: Die eingeblendete Uhrzeit in der Aufzeichnung zeigt noch die Winterzeit. Die tatsächliche Tatzeit ist 5.34 Uhr.)

(Aktualisiert um 17.50 Uhr): Die vier bislang unbekannten Täter hatten am frühen Sonntagmorgen gegen 5.30 Uhr insgesamt drei Brandsätze gegen das Gebäude des Vereins „Türkisch Islamisches Kulturzentrum e.V.“ in der Bunsenstraße 73 in Kassel geworfen und waren vom Tatort geflüchtet. 

Zuvor hatte einer der Unbekannten eine Fensterscheibe zu einem Gebetsraum der im Gebäude integrierten Moschee eingeschlagen. Anschließend warfen zwei Täter Brandsätze, die offenbar ihr Ziel verfehlten und an der Fassade zerbarsten oder zurückprallten. Die Ermittler des Staatsschutzkommissariats gehen weiterhin von einer politisch motivierten Tat aus, sagt Polizeisprecher Jürgen Wolf.

Die Videoaufnahmen der Überwachungskamera des Gebäudes zeigen vier Personen in dunklen Kapuzenshirts oder Kapuzenjacken mit Jeanshosen und Sportschuhen. Sie hatten die Kapuzen aufgezogen, sodass zur Identität derzeit keine näheren Angaben möglich sind. Sie dürften alle zwischen 1,70 und 1,80 Meter groß sein.

Um das ganze Foto zu sehen, klicken Sie oben rechts. 

Ebenso suchen die Ermittler mindestens zwei Autofahrer, die wahrscheinlich kurz nach oder noch während der Tat die Bunsenstraße befahren und die Täter eventuell gesehen haben.

Der Tatort: Mitglieder des Vereins nach dem Anschlag. 

Am Dienstagnachmittag durchkämmte die Bereitschaftspolizei das Areal um die Moschee nach „tatrelevanten Gegenständen“, wie es ein Mitarbeiter der AG BS 73 formulierte. Näher könne man aus ermittlungstaktischen Gründen nicht ins Detail gehen. Nach Beweismitteln suchte die Einheit der Bereitschaftspolizei zum Beispiel in der Ahna und auf dem Grünstreifen entlang der Bunsenstraße.

Einige Mitglieder des Türkisch-Islamischen-Kulturzentrums sahen bei der Spurensuche zu. Es sei „großes Glück“ gewesen, dass die Gardinen bei dem Anschlag am Sonntagmorgen kein Feuer gefangen hätten, ansonsten wäre wohl das gesamte Moscheegebäude abgebrannt, sagte Vereinsmitglied Altan Aras. Er berichtet auch davon, dass eine linke Gruppe im vergangenen Jahr Flugzettel in der Nordstadt verteilt habe, auf denen behauptet wurde, in der Moschee würden sich „islamische Faschisten“ treffen. Er habe das auch schon der Polizei mitgeteilt. „Vielleicht stecken die ja hinter dem Anschlag“, mutmaßt Altan Aras.

Anschlag auf Moschee: Polizei suchte Beweismittel

Polizeieinsatz Türkisch Islamischer Kulturverein in der BunsenstraßeFoto: Schachtschneider
 © Schachtschneider
Polizeieinsatz Türkisch Islamischer Kulturverein in der BunsenstraßeFoto: Schachtschneider
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Polizeieinsatz Türkisch Islamischer Kulturverein in der BunsenstraßeFoto: Schachtschneider
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Polizeieinsatz Türkisch Islamischer Kulturverein in der BunsenstraßeFoto: Schachtschneider
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Polizeieinsatz Türkisch Islamischer Kulturverein in der BunsenstraßeFoto: Schachtschneider
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Polizeieinsatz Türkisch Islamischer Kulturverein in der BunsenstraßeFoto: Schachtschneider
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Polizeieinsatz Türkisch Islamischer Kulturverein in der BunsenstraßeFoto: Schachtschneider
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Polizeieinsatz Türkisch Islamischer Kulturverein in der BunsenstraßeFoto: Schachtschneider
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Polizeieinsatz Türkisch Islamischer Kulturverein in der BunsenstraßeFoto: Schachtschneider
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Polizeieinsatz Türkisch Islamischer Kulturverein in der BunsenstraßeFoto: Schachtschneider
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Polizeieinsatz Türkisch Islamischer Kulturverein in der BunsenstraßeFoto: Schachtschneider
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Kritik an Geselle

Betroffen sind Altan Aras und der Vereinsvorsitzende Mustafa Koc darüber, dass sich Oberbürgermeister Christian Geselle nach dem Anschlag noch nicht habe blicken lassen. „Wir sind wirklich tief enttäuscht von ihm. Vor der Wahl hat Geselle noch alle türkische Einrichtungen in der Nordstadt besucht.“ Der türkische Generalkonsul Burak Kararti sei am Sonntag sofort nach Kassel gekommen, um die Gemeinde zu besuchen. „Die nehmen die Sache ernst“, sagt Koc.

Die Mitarbeiter der AG BS 73 bitten weiterhin Zeugen, die Hinweise zu den Tätern oder der Tat geben können, sich unter

Tel. 05 61/ 9100

beim Polizeipräsidium Nordhessen zu melden. 

Die Videoaufzeichnung finden Sie auch hier auf der Seite der Polizei Nordhessen. 

Karte: Hier befindet sich die Moschee in Kassel

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